HIMMEL UNTER DEM GRAS
Corona, Covid-19, social distancing, Lockdown – was Anfang des Jahres noch vollkommen unbekannte oder unbedeutende Worte waren, das gehört mittlerweile zum alltägliche Sprachgebrauch. „Sprache schafft Wirklichkeit“ habe ich früher gelernt. Und das fordert zu einem sorgfältigen Umgang mit Worten auf. Doch ob das auch für Corona & Co gilt, weiss ich nicht: Die Worte gehören jetzt zu unserer Normalität. Das Verhalten, die Einschränkungen sind unser neuer Alltag geworden. – Und doch ist nichts normal: Macht es Ihnen Sorgen, oder vielleicht auch manchmal Angst? Sind Sie verunsichert, wie Sie einander begrüssen sollen? Mir geht es so: Wir leben in einer neuen Normalität, die ich nicht als „normal“ akzeptieren will!

Wirf deine Angst
in die Luft. (...)

Bald
wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume ins Nirgends.

Noch
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken. (...)

Sei was du bist
Gib was du hast.

(Rose Ausländer)

Ich will Worte verschenken – und zwar altbewährte, nicht die neuen. Und mit ihnen der Normalität ein Gesicht geben.
Ich will mich verwurzeln – bis meine Wurzeln Gottes Himmel unter der Erde berühren, mich von ihm nähren lassen.
Ich werfe die Angst in die Luft. Und bin der Mensch, der ich bin: von Gott geschaffen.
Das wünsche ich auch Ihnen!

Claudia Basler