Lesender Mönch
DRANBLEIBEN ODER NICHT?
Vor zwei Jahren oder so hat mich ein Freund aufmerksam gemacht auf Francine Carillo, eine Pfarrkollegin aus Genf, die wunderbar mit biblischen Texten umgeht, über sie nachsinnt und sie mit ihren Worten umspielt. Für heute schicke ich Ihnen gerne den Text, in dem sie uns daran teilhaben lässt, was bei ihr die Frage von Jesus an die Seinen ausgelöst hat, ob sie es aufgeben wollten, mit ihm weiterzuziehen, weil der Weg zu mühsam wird.
Sie finden Carillos Text hier unten im französischen Original – und in einer sehr behelfsmässigen Übersetzung.

Et vous, ne voulez-vous pas partir ?
Jean 6,67

De quelle hauteur
vient-il cet amour
qui ne veut rien
pour lui

et supporte
qu’on le quitte ?

Celui qui parle
ainsi

sait que tous
ne sont pas faits
pour marcher
avec lui

Ceux qui ont peur
sont libres
d’aller voir ailleurs

Il ne les revêt
pas de culpabilité

mais les envoie
dans la légèreté

Vivre
à cette altitude
peut donner
le vertige

et pourtant
on respire mieux

d’habiller
la relation
de cette largesse

qui inivte
sans contraindre
et relie
sans attacher

Und ihr, wollt auch ihr weggehen? (Johannes 6, 67)

Aus welcher Höhe kommt diese Liebe die nichts für sich will und aushält, dass man sie verlässt’
Der so spricht, weiss: Nicht alle sind dazu gemacht, mit ihm gehen zu können.
Die, die Angst haben, sind frei anderswo zu suchen.
Er belädt sie nicht mit Schuldgefühlen, sondern schickt sie leichterhand.
Leben auf dieser Höhe kann Schwindel verursachen,
aber man atmet leichter,
wenn man sich auf diese Beziehung von solcher Grosszügigkeit einlässt,
die einlädt ohne zu nötigen, und verbindet ohne zu binden.


Wenn es Ihnen das darüber Nachdenken leichter macht, dann singen Sie das Taizé-Lied:
www.youtube.com/watch?v=ihDexwHojPk

Herzlich

Benedict Schubert