KONZENTRAT
Christian Lehnert ist Dichter und Theologe, derzeit Leiter des Liturgiewissenschaftlichen Instituts an der Universität Leipzig. Während sonst viele Texte überflogen werden können (und oft sollen, weil sie wirklich nicht mehr Zeit wert sind), zwingen seine Texte zum Stillhalten.
Ein Freund hat mir den jüngsten Gedichtband von Lehnert geschenkt: Cherubinischer Staub (Suhrkamp, Berlin 2018). Darin sind sehr knappe, höchst verdichtete Texte gesammelt. Formal klingen bei manchen die Zweizeiler des bekannten Mystikers Angelus Silesius an.

Diese drei habe ich für die heutige Dosis ausgewählt, einen für den Morgen, einen für den Mittag, einen für den Abend (zum Beispiel):


Atemgeräusch

Denn alle wissen GOtt, die ihren Atem wissen,
die Kühle und den Sog, die Fülle, das Vermissen.


Armut

Der Tod erfasst dich nicht. Du selbst lässt ihn fassen.
Was immer bleiben soll, ist unentwegt ein Lassen.


Gebet

Nimm mir Gewissheit! Wahr – das ist die engste Zelle,
in der ich mich verlier, gedacht an meiner Stelle.


herzlich

Benedict Schubert
P.S. PUBLIC CELEBRATING
Zum letzten Mal wird der Gottesdienst zum „Dreieinigkeitssonntag“ aufgezeichnet und dann über das Internet ausgestrahlt. Um den Übergang zum gemeinsamen Feiern sichtbar zu machen, laden wir dazu ein, die Übertragung des Gottesdienstes in der Peterskirche gemeinsam mitzuverfolgen: Die grosse Leinwand wird aufgestellt und Stephanus so zu sagen in die Peterskirche geholt: Pfrn. Andrea Spingler wird den Gottesdienst mit Martin Hahnemann (Lesung), Louis van Niekerk (Orgel) und Miro Hanauer (Gesang) gestalten.
Aufgrund der Vorgaben durch das BAG hat die Kirche ein Schutzkonzept verfasst; daran haben wir uns zu halten. Das bedeutet namentlich, dass nur eine begrenzte Anzahl von Menschen am Gottesdienst teilnehmen kann. Doch in dieser Zeit nach Pfingsten vertrauen wir darauf, dass Gottes Geist uns in allem und trotz allem Gottes Gegenwart erleben und feiern lässt!