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Der Himmel verkündet es: Gott ist groß! Das Heer der Sterne bezeugt seine Schöpfermacht. Ein Tag sagt es dem andern, jede Nacht ruft es der nächsten zu. Kein Wort wird gesprochen, kein Laut ist zu hören und doch geht ihr Ruf weit über die Erde bis hin zu ihren äußersten Grenzen.
(Psalm 19, 2-5)

Im Frühsommer dieses Jahres stand er am Himmel: der Komet C/2020 F3.
Lang angekündigt hat er sich nicht. Erst am 27. März 2020 wurde er am Südhimmel entdeckt, im Sternbild Puppis (s. Wikipedia). Der Komet mit unpersönlicher Kennziffer bekam den Namen «Neowise» - der Neukluge.

Es war nicht leicht ihn am Himmel zu sehen: zeitlich zwischen 3 und 5 Uhr morgens, zu finden im Sternbild des Fuhrmanns ganz in der Nähe von Capella und Venus. Zudem war ein freier Horizont vorausgesetzt, was in der Stadt oder in einem bergreichen Land nicht so einfach ist. Und letztlich musste der Himmel auch noch klar sein.

Kein einfaches Unterfangen, aber es gelang mir, ihn zu sehen.
Obwohl mitten im Sommer war der Gedanke an Weihnachten ganz nah.
Trotz aller moderner wissenschaftlicher Daten blieb dieser mir geheimnisvoll, der «Neukluge». Auf einmal war es da, dieses neue Licht am Himmel, für alle, die sich die Mühe machten, es zu suchen.

War der Stern damals einfach zu sehen, oder war es schwierig, ihn am Himmel zu finden?
Wie geheimnisvoll erschien er denen, die ihn damals sahen?

Menschen hatten sich seinetwegen auf den Weg gemacht, ohne zu wissen, wann und wo das Ziel erreicht sein würde. Sie hatten ein Ziel vor Augen, und blieben dennoch offen und erwartungsvoll. Sie waren sich dessen sicher: der Himmel, die Sterne und Gottes Schöpfermacht waren Wegweiser und Begleiter.
Der gleiche Himmel überspannt uns auch heute. Auch wir können getrost "unterwegs bleiben".

Unterwegs bleiben
Dem Ziel entgegen
Mit dem Glauben, der uns leitet
Mit der Hoffnung, die uns stärkt
Und der Liebe, die uns trägt.

(Max Feigenwinter)

Ich wünsche uns allen für das neue Jahr einen Stern, der uns ermutigt, unterwegs zu bleiben.

Kristina Ermatinger