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Gedanken zum Neujahr

Im Neujahr steckt es bereits: das Wort neu.
Im Duden finden sich verschiedene Definitionen für dieses Wort:

1. erst vor kurzer Zeit hergestellt, noch nicht gebraucht
2. aus der kürzlich eingebrachten Ernte stammend
3. a) erst seit Kurzem vorhanden, bestehend; vor kurzer Zeit entstanden, begründet; davor noch nicht da gewesen [und anders als bisher, als früher]
b) seit kurzer Zeit (zu einem bestimmten Kreis, einer Gruppe o. Ä.) dazugehörend
c) bisher noch nicht bekannt gewesen
4. noch zur Gegenwart gehörend oder nicht lange zurückliegend; [aus] einer Zeit, die [noch] zur Gegenwart gehört oder nicht lange zurückliegt
5. a) seit Kurzem an die Stelle einer anderen Person oder Sache getreten; das Bisherige ersetzend, ablösend; als etwas [noch] nicht Bekanntes gerade erst
b) [seit Kurzem] hinzukommend; weitere[r]/[-s]
c) noch einmal, wieder



Irgendwie finde ich alle Definitionen für die Idee dieses neuen Jahres in der einen oder anderen Weise zutreffend.
Am meisten sticht mir jedoch die zweite Definition ins Auge: aus einer kürzlich eingebrachten Ernte stammend. (Mit den Beispielen: «neue Kartoffeln» und «neuer Wein»).

Das neue Jahr liegt noch vor uns. Es ist noch nichts geschehen, was wir als «Ernte» des Jahres bezeichnen können. Aber ich finde den Gedanken interessant und herausfordernd, sich das neue Jahr als (geschenkte) Frucht vorzustellen.
Eine Frucht wovon? Eine Frucht unseres Lebens, eine Frucht von Gottes Schöpfung?
Nun liegt also diese Frucht vor uns, und wir wissen noch nicht recht, wie wir sie zubereiten sollen und ob sie überhaupt geniessbar ist.

Betrachten wir doch einmal die Jahre, die hinter uns liegen? Was hat uns genährt und uns Kraft gegeben? Können wir gerade für diesen Jahresanfang davon zehren? Wie fruchtbar sind unsere Böden, wo setzten wir unsere Wurzeln?

Ich möchte das neue Jahr mit meiner Ernte im Gepäck beginnen, also mit allem was mich in den letzten Jahren bereichert und genährt hat. Ich möchte im neuen Jahr auf dem aufbauen, was sich als fruchtbar erwiesen hat: mein nahrhafter Boden. Ich vertraue darauf, dass es gelingt. Gott hat uns dafür seinen Segen zugesagt:

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8,22)

Wir beginnen ein neues Jahr. Es soll ein gutes werden.
Starten wir auf dem Boden, der sich als fruchtbar erwiesen hat.
Schlagen wir Wurzeln, die uns nähren und stärken.
Beginnen wir etwas Neues.
Säen wir, auf dass wir am Ende des Jahres wieder ernten können.
Vertrauen wir darauf, dass Gott es wachsen lässt.


Ich wünsche Ihnen einen guten Beginn in das neue Jahr, ich wünsche Ihnen Erd- bzw. Gottverbundenheit, tiefe Wurzeln und eine gute Ernte.


Kristina Ermatinger