Im Advent bekam ich ein Bild von einem schwebenden Engel geschickt. Heiligenscheine waren für mich immer sekundäre Attribute, die eine besondere Nähe zu Gott ausdrücken sollten: Hilfreich, aber nicht notwendig. Auf Bildern helfen sie, die Guten von den weniger Guten zu unterscheiden. Und es gibt Menschen, denen würde ich in Gedanken gerne von Zeit zu Zeit einen solchen um den Kopf malen wollen.

Der schwebende Engel trägt seinen Heiligenschein mit völlig zufriedenem Gesichtsausdruck vor sich her:
Als wolle er ihn jemandem wie einen Hut aufsetzen.
Oder als dürfe sich jeder mal darunter stellen, sich von dem Licht bescheinen lassen.

Mich hat vor allem auch berührt (und diese Perspektive hatte ich so noch nie betrachtet), dass man durch diesen Heiligenschein von oben hinabblickt; wie mit einem Marker ist das wichtigste umkreist; wie ein Verbindungsstück: Gott und Himmel auf der einen Seite, und Mensch und Erde auf der anderen Seite...

Himmelsstück X (Yoko Ono)

Der Himmel ist nicht nur über unseren Köpfen.
Er streckt sich bis runter auf die Erde.
Immer wenn wir den Fuss vom Boden heben,
laufen wir im Himmel.

Laufe mit diesem Wissen durch die Stadt.
Überlege, wie lange du heute im Himmel gelaufen bist.


Ihre Claudia Basler