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Vor einiger Zeit schrieb Benedict Schubert einen Text über Engel und Gott.
Ein Satz hat mich besonders berührt:

«Gott ist.»

Diesen geheimnisvollen Satz zu akzeptieren, fällt nicht immer leicht. Zu sehr sind wir damit beschäftigt, Dinge zu benennen, uns vorzustellen, zu erklären, zu umreissen – uns doch irgendwie ein Bild zu machen.

Ich suche gern nach Umschreibungen von Gott, obwohl ich weiss, dass jede Umschreibung, so sehr sie mir auch gefällt, nur einen Ausschnitt, und niemals das Ganze erfassen kann.
Besonders gut gefallen mir die Gottesbilder, die im Lied «Gott aus Gott und Licht aus Licht» (Reformiertes Gesangbuch 430) besungen werden. Unter den vielen Gedanken auch dieser:

«Wind, der durch die Herzen weht»

Wind hat etwas Sanftes, und gleichzeitig auch Mächtiges an sich.
Wind kann ganz zart das Gras bewegen, die Blätter in den Bäumen rascheln lassen, ein frisches Gefühl auf unserer Haut hinterlassen.
Wind kann aber auch Bäume ausreissen und Wellen toben lassen.
Wind kann sogar halten: haben Sie es schon einmal ausprobiert, dass der Sturm so stark sein kann, dass man sich in ihn legen, sich tragen lassen kann?

Wind ist unsichtbar, ungreifbar – aber Wind wirkt.
Wo Wind hindurch ging, passiert etwas.
Wind, der durch die Herzen weht.
Gott bewegt uns, bewegt etwas in uns.
Sanft oder stürmisch, umschmeichelt oder getragen werden - alles ist möglich.

Lassen Sie sich bewegen. Gott ist.


Kristina Ermatinger