Wilhelm_Morgner_001
Die Liebe ist lächerlich
Sie reitet auf einem Esel
über ausgebreitete Kleider
Man soll sie hochleben lassen
mit Dornen krönen
und kurzen Prozeß mit ihr machen
... Eine Klagesache von Weltruf ...

Sie stellt sich nicht ungebärdig
sondern quer zur Routine der Machthaber
Die Behauptung
sie ließe sich nicht verbittern
hat sie im Selbstversuch
eindrücklich bestätigt
Sie ballt nicht die Faust
Sie steigt nicht herab
Sie hilft sich nicht selbst
Sie dient als Kugelfang

Nun aber bleibt
Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei
Aber die Liebe
ist das schwächste Glied in der Kette
die Stelle
an welcher der Teufelskreis
bricht

«Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied», sagt ein bekanntes Sprichwort. Die Liebe aber ist nicht schwach, sondern in ihrer Grösse vermag sie, den Teufelskreis zu durchbrechen.
Sie lässt Erhärtetes brechen, reisst Verschlossenes auf.
Sie erneuert.

Die Liebe, in all ihren Facetten, ist
das, was trägt,
das, was bewegt,
das was verändert und
das, was bleibt.

Wir haben die Liebe erkannt und auf sie vertraut. Gott hält sie in uns fest. Gott ist Liebe und alle, die in der Liebe bleiben, bleiben in Gott und Gott bleibt in ihnen. (1. Joh 4, 16)

Kristina Ermatinger



Bild: Wilhelm Morgner "Einzug in Jerusalem", 1912.
Eine grössere Auflösung des Bildes:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wilhelm_Morgner_001.jpg