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Eigentlich, so habe ich gelesen, kommt der Name „Gründonnerstag“ von „Greinen“, also Weinen. So zumindest eine der Herkunftsdeutungen.

Aber mir gefällt unsere heutige Bedeutung für „grün“ viel besser.

Der Frühling hat begonnen, es grünt tüchtig um uns herum. Es ist das Grün und das Blühen, auf das wir seit Monaten gewartet haben, das Wachsen, das wir täglich beobachten können. Pflanzen -Blumen, Bäume und Gras.

Gründonnerstag, das ist auch ein Teil der Passionsgeschichte. Auch dort kommen etliche Pflanzen vor: die Palmen am Palmsonntag; das letzte Abendmahl mit den, aus Früchten gewonnenen Speisen Brot und Wein. Der Garten am Ölberg, wo, so habe ich in einem Film gesehen, auch heute noch Bäume stehen, die so alt sind, dass sie möglicherweise schon zur Zeit Jesu dort standen. Später in der Geschichte die Dornen; das (Duft-) Öl der Einbalsamierung; der Garten, in dem das Grab zu finden war. Und schließlich der Auferstandene als Gärtner. (Joh 20).

Eine reichhaltige Pflanzenauswahl, die uns hier angeboten wird. Da gibt es Fülle und Frucht, Dornen und Schmerz, Duft und Zierde. Eine Pflanzenauswahl, so vielseitig, wie das Leben selbst, und eine Verbindung zum Leben in all seinen Facetten.

Gründonnerstag.

Ich bin dankbar für das viele Grün um uns herum, und besonders für die Möglichkeiten, die erwachende Natur um uns zu genießen. Ich bin dankbar, dass die Blumenläden wieder geöffnet sind und ich meinen kleinen Balkon neu begrünen konnte.
Im letzten Jahr, wo alle Läden geschlossen waren, habe ich lediglich einen kleinen Kaktus ergattern können, der in irgendeinem kleinen Laden, der es mit den Vorschriften vermutlich nicht so genau nahm, noch im Verkauf stand. Immerhin eine Pflanze, gut geeignet für unseren Südbalkon. In diesem Jahr trägt er Blüten. Klein, rosarot, sie kämpfen sich zwischen langen Stacheln ans Licht. Erst winzig und unter der Stachelschicht verborgen wachsen sie, bis sie schließlich über die Stacheln herausragen, sich öffnen und in ihrer Farbe strahlen. „Nichts ist jemals einfach“ – die Stacheln scheinen so dicht und undurchdringbar. Doch jetzt leuchten die Blüten, sie sind ans Licht gewachsen.

Gründonnerstag - eine „Station“ auf dem Weg zur Auferstehung, ein stachliger, dorniger Weg. Er wird im Licht enden. Daran glauben wir.

Kristina Ermatinger

Der Arbeitskreis der Peterskirche hat sich dem Thema Ostern, Pflanzen und Bibel gewidmet und eine Broschüre zu einem Osterspaziergang im Botanischen Garten entworfen. Diese Broschüre (Andachtsweg) liegt in der Peterskirche aus. Sie ist ebenfalls auf der Homepage der Kirchgemeinde Basel West zu finden.
https://www.erk-bs.ch/kg/baselwest/bericht/4193