Reformierte Kirchgemeinde Basel West

Adieu Andrea

Andrea Spingler hört nach 13 Jahren als Pfarrerin auf: «Es ist Zeit, etwas Neues anzupacken.»

Andrea Spingler hört nach 13 Jahren als Pfarrerin auf: «Es ist Zeit, etwas Neues anzupacken.»

Pfarrerin Andrea Spingler bricht Ende Monat ihre Zelte in der Kirchgemeinde Basel West ab. Am kommenden Sonntag wird sie im Gottesdienst im Stephanus verabschiedet. Nach dem Gottesdienst findet eine Teilete für alle statt. Ein paar Fragen zum Abschied.
Interview: Stephan Lichtenhahn
13 Jahre warst du Pfarrerin in Basel West. Was hat dich dazu bewogen, diese Festanstellung zu kündigen, ohne zu wissen, wie es weiter geht?
Andrea Spingler-Meng: Es sind genau die 13 Jahre, die ich hier war, eine ganze Weile also. Es ist gut für die Gemeinde, wenn andere ihre Ideen einbringen. Und es ist für mich richtig, Neues anzupacken. Dazu kommt: Unsere Kinder sind in einem Alter, in dem sie jetzt mich vermehrt am Vorabend und Wochenende benötigen und weniger am Morgen, wenn ich im Pfarramt eher seltener zu arbeiten hatte.

Was wirst du am meisten vermissen, wenn du nicht mehr Pfarrerin in Basel West bist?
Ganz klar: Die Menschen. Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind und die ich vermissen werde. In 13 Jahren wachsen ganz viele Beziehungen. Das sind jene, die ich regelmässig gesehen habe. Aber auch jene Menschen, denen ich beim Vorbereiten von Hochzeiten oder Abdankungen begegnet bin und mit denen sich oft ganz tiefe Gespräche ergeben haben – ein grosses Privileg dieses Berufes.

Auf LinkedIn, weltweit grösstes berufliches Netzwerk im Internet, schreibst du, was du in Zukunft tun möchtest. Die Rede ist unter anderem von Beratung und Seelsorge, von Gremien-Arbeit oder von «kommunizieren, formulieren, Sprache finden». Weisst du, wohin dein Weg führt?
Nein, ich weiss es noch nicht. Ich freue mich, wenn ich zunächst mehr Zeit für die Familie zu haben. Und werde auch einige Wochen nicht arbeiten. Wir bleiben in Basel, weshalb die pfarramtlichen Möglichkeiten begrenzt sind, da ich nicht beliebig weit pendeln kann. Das heisst, dass ich mich auch auf andere Stellen als Pfarrstellen bewerben werde. Deshalb habe ich in meinem Profil auch Kompetenzen aufgeführt, die ich mir im Pfarramt aneignen konnte, welche die Leute einer Pfarrperson aber eher weniger zuschreiben. Es sind Kompetenzen, die auch bei Tätigkeiten ausserhalb der Kirche gefragt sind.

Was wünschst du der Kirchgemeinde Basel West für die Zukunft?
In einem Wort: Segen. Segen bedeutet für mich das Erleben von der Fülle des Lebens. Das hat mit Gemeinschaft zu tun, dass man nicht aufhört, über Gott und die Welt miteinander im Gespräch zu sein. Segen bedeutet für mich, was Gott zu Abraham gesagt hat: «Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.» Ich wünsche, dass die Gemeinde nicht Selbstzweck ist, sondern eine Aufgabe wahrnimmt in der Stadt und ein Segen ist für andere Menschen.


» Abschieds-Gottesdienst am Sonntag, 21. August im Stephanus mit anschliessender Teilete
Autor
Baselwest Webredaktion

aktualisiert mit kirchenweb.ch
Bereitgestellt: 04.12.2022