Reformierte Kirchgemeinde Basel West

Gregorianisches Morgengebet

Im gregorianischen Morgengebet nehmen wir eine Tradition der Kirche aus einer Zeit auf, in der die Kirche noch nicht in verschiedenen Konfessionen aufgeteilt war. „Gregorianisch“ verweist auf eine bestimmte Art des Singens. Psalmen und andere biblische Texte werden als Sprechgesang auf einem Ton gesungen, jede Zeile mit einer sehr einfachen melodischen Figur abgeschlossen. Nur der Kehrvers, die Antiphon, ist ausführlicher auskomponiert. Diese Art des Singens macht es leichter, gemeinsam, im gleichen Rhythmus zu beten; sie hilft, dass Psalmen einsinken und uns vertraut werden.
Es braucht keine Vorkenntnis, nur die Bereitschaft, sich einzuhören und mit hineinzubegeben in diese Form des gemeinsamen Gebets. Unser Morgengebet ist schlicht aufgebaut: Nach der Eröffnung singen wir ein Lied oder einen Hymnus, dann einen Psalm. Für jeden Wochentag haben wir ein Lied und einen Psalm ausgewählt, die wir während mehrerer Wochen singen. Für die Lieder greifen wir auf unser reformiertes Gesangbuch zurück, den Psalm entnehmen wir dem deutschen Psalter, der auch im Benediktinerkloster Mariastein verwendet wird; einzelne Psalmen stammen aus Münsterschwarzach. Auf die Lesung – wir lesen fortlaufend aus einem Evangelium – folgt ein „Responsorium“, ein kurzer Gesang im Wechsel. Bis zum Läuten der Glocken und 7 Uhr verweilen wir in der Stille, um dann den Lobgesang des Zacharias zu singen, der in der klösterlichen Tradition immer im Morgengebet gesungen wurde. Mit Unser Vater und Segen schliesst das Gebet.
Wir freuen uns darüber, dass immer wieder Menschen neu dazu stossen. Manche als einmalige Gäste, andere bleiben und kommen beispielsweise immer an einem bestimmten Wochentag. Besonders schön ist, dass diese Morgengebete ein Zeichen ökumenischer Verbundenheit sind: regelmässig beten Menschen aus Schwesterkirchen mit. Jeweils montags, dienstags, mittwochs und freitags (ausser in den Schulferien) ist die Tür zur Peterskirche ab 6.30 Uhr offen – Sie sind herzlich willkommen!
Kontakt: Pfr. Benedict Schubert,
Autor: Benedict Schubert    
aktualisiert mit kirchenweb.ch