Reformierte Kirchgemeinde Gundeldingen-Bruderholz

Ich & dein Vorurteil- Start der Themenreihe im Zwinglihaus

Themenreihe 2019<div class='url' style='display:none;'>/kg/gundeldingen-bruderholz/</div><div class='dom' style='display:none;'>erk-bs.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1502</div><div class='bid' style='display:none;'>12689</div><div class='usr' style='display:none;'>46</div>

Bericht zur Veranstaltung mit Prof. Dr. Rainer Greifeneder, Sozialpsychologe
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Frauen sind sanftmütig und nicht sehr dominant. Das ist ein weitverbreitetes Stereotyp. Was aber, wenn wir einer Frau begegnen, die ein Unternehmen leitet und dabei den Tarif durchgibt? Müssen wir unsere Vorstellung von der Sanftmütigkeit der Frauen nun aufgeben? Nein, dann handelt es sich eben um eine «Karrierefrau». An diesem Beispiel zeigte Rainer Greifender in seinem Referat im Zwinglihaus, wie wir gängige Stereotypen auch dann bewahren können, wenn wir in Wirklichkeit etwas anderes erleben. Entspricht eine Frau nicht unserem Stereotyp, bilden wir eine Untergruppe, die eine Ausnahme darstellt und somit erst recht die Regel bestätigt. In unserem Fall sind das die «Karrierefrauen».

Rainer Greifeneder ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Basel. Am gut besuchten Startevent zur Themenreihe Ich & dein Vorurteil des Forums für Zeitfragen und der Kirchgemeinde Gundeldingen-Bruderholz am 29. Januar sprach er über das Thema Stereotypen, Vorurteile und Diskriminierung. Diese drei Begriffe sind zu unterscheiden. Um ein Stereotyp handelt es sich beispielsweise bei der Vorstellung, ältere Menschen seien langsam. Das ist eine wertneutrale Zuschreibung, auch wenn sie verallgemeinernd ist und längst nicht auf alle älteren Menschen zutrifft. Mögen wir ältere Menschen nicht, weil sie langsam sein und uns im Weg stehen sollen, handelt es sich hingegen um ein Vorurteil. Dieses ist abwertend. Und drängeln wir uns an der Ladenkasse sogar an älteren Menschen vorbei, damit sie uns durch ihre vermeintliche Langsamkeit nicht behindern, handelt es sich um eine Diskriminierung. Dabei handeln wir aufgrund eines Vorurteils zum Nachteil der betreffenden Personengruppe.

Manchmal sind Stereotypen ganz zweckmässig. Sie erlauben uns, aufgrund knapper Informationen eine Situation einzuschätzen. Wir sehen beispielweise einen glatzköpfigen Mann und denken: «Achtung ein Skinhead, der könnte gewalttätig sein»! In der lebhaften Publikumsdiskussion nach dem Referat wurde sogar die Frage aufgeworfen, ob wir ohne Stereotypen nicht alle beziehungslose Autisten wären. Eine von Stereotypen betroffene soziale Gruppe kann aber darunter leiden, vor allem wenn diese in Vorurteile und sogar Diskriminierung ausarten. Darum sollten wir Stereotypen hinterfragen, was am besten durch persönliche Begegnung gelingt. Indem wir jemanden als Individuum kennenlernen und ihn nicht nur als Teil einer bestimmten sozialen Gruppe sehen.

Fortsetzung der Themenreihe: » Themenreihe Ich & dein Vorurteil
Autor
Andreas Möri

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