Reformierte Kirchgemeinde Gundeldingen-Bruderholz

Besuch der Evangelischen Schule und Heim in Ramallah

Ramallah_Schule<div class='url' style='display:none;'>/kg/gundeldingen-bruderholz/</div><div class='dom' style='display:none;'>erk-bs.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1613</div><div class='bid' style='display:none;'>14304</div><div class='usr' style='display:none;'>415</div>

Seit vielen Jahren kommt die Weihnachtskollekte der Kirchgemeinde Gundeldingen-Bruderholz der evangelischen Schule und Heim in Ramallah zu Gute. Deshalb stand auch ein Besuch der Schule auf unserem Reiseprogramm. Am 10. September 2019 sind wir auf unserer Gemeindereise von Jerusalem ins West Jordanland nach Ramallah gefahren, wo wir bereits vom Direktor, Herrn Iyad Rafidi, erwartet wurden.
Sabine Bürk
Unser Gang über den Pausenhof wurde von neugierigen und fröhlich spielenden Kindern begleitet. Herr Rafidi hat uns danach die Entwicklung und aktuelle Situation der Schule aufgezeigt. Seit der Gründung der Schule im Jahr 1954 mit 22 Kindern wurde diese laufend ausgebaut und bietet heute eine anerkannt gute Bildung und Betreuung für 700 Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Matur.
Die Schule nimmt sowohl Buben und Mädchen christlichen als auch muslimischen Glaubens auf und unterrichtet diese in gemischten Klassen.
Die Eltern der meisten Schüler entrichten Schulgebühren und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Schulbetrieb. Mit der Streichung von Hilfsgeldern zu Handen des UNO-Hilfswerks UNRWA seitens der USA verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage in den palästinensischen Gebieten. So sehen sich immer mehr Eltern nicht mehr im Stande die vollen Schulgebühren zu entrichten, was die Schule vor zunehmende finanzielle Herausforderungen stellt. Dennoch möchte die Schule die Bildung und Betreuung dieser Kinder weiterhin sicherstellen und keine Kinder abweisen müssen. Eine Gratwanderung.
Auf unserem Rundgang durch einen Teil des Hauses haben wir liebevoll gestaltete Schulzimmer für die kleineren Kinder gesehen. Bei unseren Blicken in die Klassenzimmer kamen wir mit offenen und freundlichen Kindern und Jugendlichen sowie deren Lehrkräften in Kontakt. Die schwere Kost der Herausforderungen der Schulleitung wurde versüsst durch spielende Kinder, die sich eine Wasserschlacht lieferten und sich nicht scheuten auch uns nass zu machen.
Die evangelische Schule und Heim in Ramallah ist ein Beispiel gelebter Oekumene in einem von Konflikten geprägten Umfeld. Die Kinder und Jugendlichen erhalten nicht nur gute Schulbildung und damit Perspektiven im Leben sondern sie lernen auch gegenseitigen Respekt und Achtung der anderen Religion. Die christlich geführte Schule ist damit auch ein Vorbild vom friedlichen Miteinander der Konfessionen. So werden zum Beispiel zweimal wöchentlich christlich geprägte Morgenandachten gehalten, an denen alle Kinder, unabhängig von ihrer Religion, teilnehmen. Ein umfangreiches Programm bietet den Kindern Sicherheit, Betreuung und Verpflegung auch ausserhalb der Schulstunden.
Wir haben einen sehr engagierten Direktor kennengelernt, der zusammen mit seinen Lehrkräften und Mitarbeitenden die Bildung und Zukunft der Kinder ins Zentrum stellt und initiativ neue Wege sucht und geht, um das Bestehen der Schule sicherzustellen. Die Weihnachtskollekte unserer Kirchgemeinde wird auch in diesem Jahr dieser Schule zu Gute kommen. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Unterstützung sondern auch um die Stärkung der christlichen Gemeinschaft und deren Zuversicht und Vision eines friedlichen Zusammenlebens in Palästina.
Sabine Bürk/09.2019

Bilder: Waldtraut Mehrhof und Sabine Bürk
Autor
Monika Widmer

aktualisiert mit kirchenweb.ch
Besuche: 42 Monat - Bereitgestellt: 28.11.2019