Reformierte Kirchgemeinde Gundeldingen-Bruderholz

Bericht: Auf dem Weg zur Apokalypse?

Klimastreik<div class='url' style='display:none;'>/kg/gundeldingen-bruderholz/</div><div class='dom' style='display:none;'>erk-bs.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>90</div><div class='bid' style='display:none;'>14674</div><div class='usr' style='display:none;'>46</div>

Die Abendveranstaltung „Auf dem Weg der Apokalypse?“ vom 11. Februar 2020 im Zwinglihaus war ein spannender, abwechslungsreicher und erfolgreicher Anlass. Thematisiert wurde der Zusammenhang von apokalyptischen Denkmustern und menschengemachtem Klimawandel.
Tamara Hari,
Gestartet wurde mit dem Eingangsreferat von Harald Matern, Theologe und Autor der Publikation „Krise der Zukunft“. Er begab sich auf die Spuren des biblischen Begriffes Apokalypse und zeigte die Unterschiede des damaligen und heutigen Verständnisses auf.

Apokalypik ist im theologischen Gebrauch ein Gattungsbegriff. Beispiele für diese Textgattung finden sich sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament. Prägend für diese Gattung ist die bildhafte Sprache des dramatisch bevorstehenden Untergangs der Welt. Der Mensch wird in diesen Szenarien zur Busse und Umkehr aufgerufen – und es kommt schliesslich zu einem Happy Ending.

Im Kontrast dazu stehen die modernen apokalyptischen Szenarien, wie z. B. in Büchern und Filmen dargestellt. Dabei geht die Welt oft komplett unter, und lediglich eine kleine Anzahl Menschen versuchen, in den Trümmern zu überleben. Ausserdem ist die Hoffnung auf das Eingreifen einer göttlichen Macht meist nicht mehr vorhanden. Dies bedeutet, dass der Mensch selbst in der Verantwortung steht und handeln muss.

In seinem Co-Referat zeigte Axel Schubert, Koordinator KlimaVerantwortungJetzt, die Dringlichkeit der Problematik auf. Er führte aus, dass die Klimaerhitzung nachweisbar von Menschen verursacht ist. Ein umgehender Stopp der Erderwärmung durch die Reduktion der CO2 Emissionen auf 0 ist erforderlich. Dafür braucht es nach Axel Schubert sowohl das bewusste Handeln aller Einzelpersonen, vor allem aber ein radikales gesellschaftliches Umdenken, für das die Menschen politisch, d. h. immer auch kollektiv aktiv werden müssen.

An der Podiumsdiskussion, die von Studienleiter Andreas Möri moderiert wurde, nahmen zwei weitere Gäste teil. Benjamin Rytz, Schüler und aktiver Teilnehmer der Jugendbewegung Klimastreik, und Nadja Müller, Gründerin der Plattform Churches for Future, die seit März 2019 Klimagebete in der Theodorskirche anbietet. Zur Frage von Macht und Ohnmacht im Umgang mit dem Klimawandel waren sich die Podiumsteilnehmenden einig, dass sie durchaus Möglichkeiten sehen, Einfluss zu nehmen, und sich deshalb einsetzen.

Dies wurde durch zahlreiche Voten aus dem Publikum unterstützt. Die Hoffnung auf ein gutes Ende ist jedoch zur dann vorhanden, wenn wir uns der Klimakrise auch aktiv annehmen. Diskutiert wurde die Frage, was die Kirchen gegen den Klimawandel unternehmen können? Dabei wurde kritisiert, dass in den Kirchen die Bereitschaft zu Stellungnahmen und Engagement oft noch fehle. Hier fand Nadja Müller das treffende Schlusswort, nicht zu vergessen, dass wir alle gemeinsam an einem Strick ziehen sollten, um eine Veränderung zu ermöglichen.

Der Abend gehört zur Themenreihe Faszination Heilige Schrift und wurde vom Forum für Zeitfragen, der Kirchgemeinde Gundeldingen-Bruderholz, dem Leonhardsclub und der Fachstelle für Genderfragen und Erwachsenenbildung der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Land gemeinsam veranstaltet.
Autor
Andreas Möri

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Besuche: 56 Monat - Bereitgestellt: 18.02.2020