Trotzdem Weihnachten

Bild wird geladen... (Foto: Monika Widmer)
TROTZDEM WEIHNACHTEN – ALLEM ZUM TROTZ (?)
Nachbetrachtung am 30. Dezember 2020
Waldtraut Mehrhof
Trotzdem – wieviel Trotz steckt in diesem Wort!? Aber Trotz hat auch mit Humor und Witz zu tun, Witz in der altmodischen Bedeutung von gewitzt, mit Esprit. Und davon gab es in der vergangenen Advents- und Weihnachtszeit einiges.

Was natürlicherweise nicht zu sehen war, ist die Denkarbeit, die sich in den Köpfen von Angestellten und Freiwilligen abspielte. Als in der Nähe wohnende «Konsumentin» habe ich aber miterlebt, wieviel Zeit, Anstrengung, Aufwand und Arbeit es brauchte, um das einzurichten, was nachher der Gemeinde, den Kindern, Familien, Senioren so einfach zur Verfügung stand.

Das Blumenteam begann mit der Planung im Oktober, die Ausführung benötigte alle acht beteiligten Frauen für einen halben Tag. Zwei Christbäume waren zu bestellen, aufzustellen, drei Garnituren Kerzen von je etwa hundert Stück vorzubereiten, an Weihnachten dann jeweils zu ersetzen. Das Weihnachtsfenster der Konfirmanden, die Ecke zum Innehalten vor dem Kreuzkelch, die Stunde mit Orgelmusik an den Freitagabenden, Wort und Musik an den Adventssonntagen abends – neben dem Aufnahmeteam waren hier die verschiedensten Menschen beschäftigt, u.a. auch damit, die technischen Geräte zu bewachen. Besondere Aufmerksamkeit fand in diesem Jahr die Gestaltung des Kirchplatzes mit einem grossen Baum, und – was mir immer noch besonders gefällt: der Witz des im Baum hängenden Herrnhuter Sterns, darunter die beleuchtete Betonkrippe von Peter Moilliet. Die Senior*innen fanden statt der abgesagten Weihnachtsfeier einen Gruss in ihren Briefkästen.

Alle Gottesdienste konnten von dem unterdessen eingespielten und technisch versierten Dreier- bzw. Viererteam in die Wohnzimmer derjenigen übertragen werden, die das wollten. Das waren nicht wenige, da die Anzahl der vor Ort Zugelassenen mit 15, dann mit 50 doch sehr begrenzt war.
Wie intensiv die Vorbereitung von Liturgie, Predigt und Musik für die Gottesdienste war, kann ich nur erahnen.

Nicht erwähnt habe ich bis jetzt den Einsatz für Kinder und Familien. Der Santichlaus hat seine Gaben in diesem Jahr heimlich im Bistro der Kirche hingestellt, zum Dank konnte man ihm ein Bild malen – es waren viele!
Ja, und dann am 24. nachmittags der Weg nach Bethlehem:
Kaltes Sudelwetter, das Betreten des Empfangsraumes ist nicht so einfach: Halt vor einem römischen Soldaten mit Helm und Hellebarde: Name, Adresse, Telefonnummer – es ist Volks (Covid-)zählung; hinsetzen, warten, Abstand halten, dann wird man aufgerufen, darf weiter. Hier hören wir in der Wärme die Weihnachtsgeschichte, berichtet von einem kleinen Esel. Dann ein Tor mit der Aufschrift «Herberge», kommt man wohl hinein? Nein, keine Herberge für uns. Wir werden durch ein Tor zum Feld der Hirten geführt, setzen uns auf Strohballen und vernehmen, was der Hirte erlebt hat: die Aufregung mit dem Stern und den Engeln. Von weitem tönt leise Musik. Der folgen wir, nähern uns nun der Krippe und merken, dass die wunderbare Bratschenmusik von dort kommt. Lange sitzen wir, Kinder und Erwachsene andächtig und sehr berührt vor der Krippe bis wir mit einem Stern in der Hand nach draussen gehen und den Stern am grossen Baum aufhängen.

ES IST WEIHNACHTEN GEWORDEN


DANK AN ALLE ANGESTELLTEN UND FREIWILLIGEN:
Pfarrerinnen und Vikar, Organistinnen, etliche (z.T. freiwillige) Musiker*innen, Sigrist, Sozialdiakon*in, die Zuständigen für die Technik, das Blumenteam, Gestaltung der Andachtsecke, Zuständige für Seniorenadventsgruss – ob das alle sind? Nein, nein, es gab doch statt Kurrendesingen Musik von einer alten CD und Weihnachtstee auf dem Kirchplatz.



WM, 29.Dezember 2020
Weihnachten
29.12.2020
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