Titus: Zurück aus dem Sabbatical

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Nach knapp drei Monaten im Heiligen Land, nach einer intensiven Zeit in Israel und Palästina, nehme ich meine Arbeit an der Titus Kirche, im OFFLine und im Kirchenrat wieder auf. Etwas langsamer, als geplant, da ich mir kurz vor der Heimreise den Knöchel gebrochen habe. So wird Pfr. Matthias Wetter noch einen weiteren Monat zu meiner Entlastung in unserer Gemeinde wirken. Ich bin sehr froh, dass das möglich ist!
Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus der Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem mit einem Bistro-Tischli und zwei Stühlen davor. Auf die Mauer hat ein Künstler ein grosses Loch mit Durchblick nach Jerusalem gemalt. Das ganze befindet sich vis à vis des Walled-off-Hotels, in welchem sich das Museum über die Geschichte der Vertreibung der Palästinenser 1947 befindet.

Das Bild ist symbolhaft für mein Sabbatical:

- Ich durfte Platz nehmen, mich ausruhen, habe wunderbare Gastfreundschaft erlebt, spannende Gespräche geführt und fühle mich trotz der Intensität der Erlebnisse ausgeruht - was ja mitunter auch der Sinn des Sabbaticals war :-)

- Ich lebte in der Realität des Nahostkonflikts, überquerte unzählige Male diese Mauer und knüpfte Freundschaften auf beiden Seiten. Ich hielt die Spannungen mit aus, litt mit an unmöglichen Lebensbedingungen und zuweilen abstrusen Regeln und beängstigenden Situationen und ich freute mich mit über das alltägliche Miteinander von israelischen und palästinensischen Menschen über die Grenzen hinweg

- Das Loch in der Mauer ist Kritik und Klage über die Situation seit der 2. Intifada, und gleichzeitig ist es humor- und hoffnungsvoll: So viele Mauern, die von Menschen im Lauf der Geschichte als Grenzen gebraut wurden, haben irgendwann Risse und Löcher bekommen und sind wieder abgerissen worden...

Am Sonntag, 30. Oktober um 10 Uhr feiern wir unser Wiedersehen in der Titus Kirche mit einem festlichen Gottesdienst und anschliessendem Beisammensein bei einer feinen Herbstsuppe.

Ich freue mich, dass ich wieder da bin!
Pfrn. Monika Widmer Hodel