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Sterbehilfe in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen im Kanton Basel-Stadt

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Stellungnahme der Evangelisch-reformierten und Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt
zur Motion Luca Urgese, Grossrat FDP BS*
Basel, den 29.4.2015

Die Motion Urgese fordert, dass der Kanton verbindliche Regeln definiert, welche eine Durchführung von Suizidbegleitungen (unter den bekannten Voraussetzungen) in alle Institutionen ermöglichen, die von der öffentlichen Hand finanziell unterstützt werden. Dies sind im Raum Basel-Stadt so gut wie alle APH und Spitäler.

Sowohl unter den Befürwortern wie unter den Gegnern der Motion befinden sich Mitglieder der Evangelisch-reformierten und der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt. Die Kirchen wissen sich somit in der parlamentarisch-demokratischen Diskussion vertreten und vertrauen darauf, dass sich ihre Mitglieder nach bestem Wissen und Gewissen und in der Grundgewissheit ihres christlichen Glaubens, wonach das Leben ein Geschenk Gottes ist, eine Meinung gebildet haben und diese in der Debatte vertreten.

Der Text der Motion weist zu Recht darauf hin, dass im Zusammenhang mit ihrem Anliegen «mit grösster Sorgfalt vorzugehen ist». Die ERK und die RKK Basel-Stadt ist der Ansicht, dass diese Sorgfaltspflicht gegenüber Menschen mit Sterbewunsch von den Sterbehilfe-Organisationen wie von den Spitälern respektive Heimen gleichermassen wahrgenommen werden muss. Dies sinnvollerweise in der vom Motionär vorgenommenen Differenzierung zwischen Spitälern und Alters- und Pflegeheimen, sind doch die Rahmenbedingungen in einem Universitätsspital andere als in einem Sterbehospiz. Überall jedoch sind in erster Linie die Klinik- und Heimleitungen aufgefordert, die jeweils eigene Haltung zum Thema differenziert zu reflektieren und klar zu kommunizieren, wie das beispielsweise der Direktor des nach christlichen Grundsätzen geführte
St. Clara-Spital gegenüber dem Regional-Fernsehsender Telebasel getan hat («7 vor 7» vom Donnerstag, 18. April 2015).

Im Falle von Alters- und Pflegeheimen wie auch Sterbehospizen wird es in der Frage der Sterbehilfe kaum zu Differenzen zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern und der Heimleitung kommen, sofern erstere über die Haltung des betreffenden Heimes in dieser Frage informiert sind und dieses möglicherweise gerade wegen seiner Einstellung gewählt haben. Die Situation in Akutspitälern und Reha-Kliniken ist eine andere: Hier kann es in extremis zur Kollision zwischen den Freiheitsrechten des Patienten und der Haltung der Institution kommen.

Es ist der ERK und der RKK BS ein Anliegen, sich im nun anstehenden Umsetzungsprozess zu äussern und einzubringen. Überzeugter als auf Sterbehilfe, wie sie «Exit» und andere Organisationen anbieten, setzt sie jedoch auf die Alternative «Palliative Care». Deshalb arbeiten mehrere Arbeitsgruppen «Palliative Care und Christliche Verantwortung» an diesem Thema.

* mit 50 zu 29 Stimmen an den Regierungsrat überwiesen am 22.04.2015


Weitere Informationen:

Evangelisch-reformierte Kirche
des Kantons Basel-Stadt
Informationsstelle
Rittergasse 3
4001 Basel
Roger Thiriet, 079 220 17 29


Römisch-katholische Kirche
des Kantons Basel-Stadt
katholisch bl.bs
Riehentorstrasse 3
4058 Basel
Thierry Moosbrugger, 079 174 19 12