10 Jahre gelebte Oekumene im Religionspädagogischen Zentrum Basel
An einem prächtigen Spätsommertag feierten die Kirchen die ersten zehn gemeinsamen Jahre einer erfolgreichen Bürogemeinschaft am Lindenberg. Umrahmt wurde die Feier mit Klängen eines Musikerduos vom benachbarten Jazzcampus sowie dem eigenen ad hoc-Chörli. Anlass für das 10-jährige Jubiläum bot die erfolgreiche Zusammenarbeit der Fachstellen und Rektorate für Religionsunterricht in der Aus- und Weiterbildung wie auch in der Unterrichtsorganisation. Religionslehrerinnen, Katecheten und Pfarrpersonen gehen im denkmalgeschützten Hatstätterhof ein und aus und treffen sich vorab in der ökumenischen Medienverleihstelle.
Am Jubiläumsanlass begrüsste der Hausherr Dr. Christian Griss, Kirchenratspräsident der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt die zahlreichen Gäste. Er bezeichnete das Religionspädagogische Zentrum als ein „partnerschaftliches Modell, welches gezeigt werden darf und zu welchem Sorge getragen werden soll.“ Auch als stellvertretender Leiter Volksschulen ist er überzeugt, dass dieses Kompetenzzentrum angesichts „des neuen Faches Ethik-Religionen-Gemeinschaft noch an Bedeutung für die Schulen gewinnen werde.“
Der Basler Regierungsrat und derzeitige Präsident der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz Dr. Christoph Eymann dankte den Religionslehrpersonen für das „Gelingen bei der Mitgestaltung von tausenden Biografien von Kindern und Jugendlichen.“ Er erinnerte an seinen eigenen Unterricht an der Primarschule bei „Fräulein“ Koger, als er in der ersten Religionsstunde die Welt vor(!) der Schöpfung zeichnen musste. Nach einigem Zögern – „ich war ja trotz meinem hohen Amtsalter noch nicht dabei“ – nahm er dann ein Blatt und malte es grau an. „Sie sehen, nach Jahrzehnten ist der Religionsunterricht noch präsent!“ Christoph Eymann zeigte sich aus aktueller Erfahrung überzeugt, dass der Religionsunterricht trotz Lehrplan 21 für die Schule unverzichtbar bleibt. Mit ganz persönlichen Worten dankte er den Verantwortlichen und den Lehrpersonen für ihr Engagement an den Schulen.
Als Vertreter von Bischof Felix Gmür richtete der Regionalverantwortliche Tobias Fontein ein Grusswort aus. „Man muss lange suchen, bis man ein so schönes Sachangebot wie dasjenige der Medienverleihstelle findet.“ Der prächtige Hatstätterhof ist für ihn ein Zeichen dafür, welche „Bedeutung der Weitergabe des Glaubens zukommt.“ Noch wichtiger sind für die Kirche aber die Personen, da „kein Gebäude katechetisch tätig werden kann.“ Er dankte den Mitarbeitenden für ihren kreativen Dienst in unzähligen Kursen und den Lehrpersonen für die tägliche Arbeit in zahllosen Religionsstunden. Katechese und Verkündigung seien auch in einer Zeit, wo den Kirchen der Wind ins Gesicht bläst, der bleibende Auftrag von Jesus Christus.
„Synergien“ waren der zentrale Begriff bei der Planung des Religionspädagogischen Zentrums vor über zehn Jahren, rief Pfarrer Martin Stingelin, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Landschaft in Erinnerung. Dank der Arbeit in diesem Zentrum sei die Präsenz an den Schulen immer noch möglich. „Diese Präsenz ist für mich ganz zentral und wichtig. Sie zeugt von der engen Verbindung von Staat und Kirche und dem gemeinsamen Fundament und gemeinsamen ethischen Vorstellungen.“ Trotz des Bedeutungsverlustes der Kirchen habe die Zahl der Religionsstunden in Baselland eher noch zugenommen. Für ihn hat aber nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des Religionsunterrichts zugenommen. „Ich bin überzeugt, dass Unternehmen, welche bei der Aus- und Weiterbildung nicht sparen, auf dem richtigen Dampfer sind.“
Im Jahr 2005 hatten die reformierten und die römisch-katholischen Kirchen beider Basel ihre dezentralen Fachstellen und Rektorate für Religionsunterricht in den Kleinbasler Hatstätterhof am Lindenberg verlegt. Gleichzeitig wurden im gleichen Haus die kirchlichen Medienverleihstellen fusioniert.
Peter Graber