«Basler Weg» zum umstrittenen Glockenläuten zum Klimagipfel

Im Kanton Basel-Stadt werden die Glocken der Evangelisch-reformierten Kirchen am 13. Dezember 2009 auch um 15.00 Uhr läuten. Allerdings nur, wenn das Geläut zu einem Fürbitte-Gottesdienst für die Entscheidungsträger am Klimagipfel in Kopenhagen ruft.
Medienmitteilung Nr. 18 / 24. September 2009

Am Sonntag, 13. Dezember 2009 sollen die Schweizer Kirchenglocken auch um 15.00 Uhr läuten und damit anlässlich des gleichzeitig stattfindenden Klimagipfels von Kopenhagen ein Zeichen für ein gerechtes und wirksames Klimaabkommen setzen. Dies schlagen die drei kirchlichen Hilfswerke HEKS, Brot für Alle und mission21 im Einvernehmen und mit Unterstützung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds und der Bischofskonferenz den Gemeinden vor. Während die Kirchenleitungen einiger Kantone dieses Anliegen unterstützen, ist es von anderen bereits mit der Begründung abgelehnt worden, dass Kirchenglocken nicht für politische Anliegen geläutet werden sollen.

Einen Mittelweg hat nun der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt gewählt. Er empfiehlt den Kirchgemeinden des Kantons, am 13. Dezember 2009 um 15.00 einen Fürbittegottesdienst für die Entscheidungsträger der Klimakonferenz abzuhalten, die in dieser Stunde wegweisende Entscheide zur Bewahrung der Schöpfung zu treffen haben. Zu diesem Gottesdienst wird dann, wie üblich, mit Glockengeläut eingeladen. Dies wird im Vorfeld der regionalen Bevölkerung so kommuniziert werden.

Die ERK Basel-Stadt wählt damit einen "Basler Weg", der sich aus der besonderen Beziehung der Basler Kirchen zur Thematik "Bewahrung der Schöpfung" (mithin dem zentralen Anliegen der Klimakonferenz) herleitet. Bekanntlich hat die erste Europäische Ökumenische Versammlung unter dem Motto «Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung» 1989 in Basel stattgefunden, und die Erinnerung daran ist Pfingsten 2009 mit der Feier zur 20. Wiederkehr des Grossereignisses jüngst wieder aufgefrischt worden.