PASSION – ORGEL und TANZ
Zu Beginn der Karwoche geben die russische Tänzerin Anna Paunok (Tallinn/Dresden) und Münsterorganist Andreas Liebig am Palmsonntag, 20. März 2015 um 18 Uhr ein besonderes Passionskonzert. Unter dem Motto PASSION – ORGEL und TANZ erklingen berühmte Ostinatowerke von J. S. Bach (Passacaglia c-moll), César Franck (Choral en si mineur) und Franz Liszt (Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen) sowie Passionschoräle aus Bachs Orgelbüchlein (u.a. O Mensch, bewein dein‘ Sünde groß BWV 622). Detailliertes Programm siehe Programmheft der Münsterkonzerte Seite 13. Tanz und Musik durchmessen dabei das gesamte Ausdrucksspektrum von bitterer Klage und herzzerreißendem Schmerzensschrei bis hin zu resignierter Verlassenheit und tröstlicher Zuversicht.
Johann Sebastian Bachs Passacaglia - sicherlich auch ein klingendes Epitaph für den Lübecker Marienorganisten Dieterich Buxtehude
(1637 – 1707) - vereint in der Kombination von Passacaglia und direkt anschließender Fuge die Aspekte von Passion und Auferstehung (21 Zitate des Ostinato in der Passacaglia gespiegelt in 12 Themeneinsätzen der Fuge = 33!). Der junge Bach legte mit diesem im wahren Wortsinne „Massstäbe“ setzendem Werk seine kompositorische Meisterprüfung ab und demonstrierte in vollendeter Weise das Prinzip der Einheit in der Mannigfaltigkeit, die Entwicklung eines Ostinato von der zyklischen Gebundenheit der Passacaglia in die sich öffnende Dynamik der Fuge. Man darf gespannt sein auf Anna Paunoks tänzerische Umsetzung im Basler Münsterraum!
Die „Trois Chorals“ César Francks (1822 – 1890) aus dessen letztem Lebensjahr sind sein Schwanengesang. Hier zieht er die Summe seines kompositorischen Könnens, erfüllt von inniger Poesie und brennender Leidenschaftlichkeit. Der zweite Choral h-moll ist in seiner symphonisch angelegten Kombination von Ostinato- und Fugentechnik mit stürmisch rezitativischen Passagen ebenso von Bach inspiriert wie Franz Liszts (1811 – 1886) großangelegte Variationen über den chromatisch absteigenden Baß des Eingangschores der Bach-Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ zum 3. Sonntag nach Ostern. Liszt hat hier den Schmerz über den Verlust seiner Tochter Blandine in Klang verwandelt – und damit gleichzeitig eine große Hommage an Johann Sebastian Bach geschrieben: eine klingende Enzyklopädie des Schmerzes: tiefe Trauer, Verzweiflung und Sehnsucht, Fassungslosigkeit und Wut – aber auch Hoffnungsschimmer: Kurz vor Schluss überrascht Liszt den Hörer mit dem Schlusschoral aus Bachs Kantate: "Was Gott tut, das ist wohlgetan". In diesen beiden Schlüsselwerken der deutschen und französischen Orgelromantik kann die Vielseitigkeit der Basler Münsterorgel mit ihren französischen Zungen und reicher Grundstimmenpalette besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen.
Die junge russische Tänzerin ANNA PAUNOK wurde in Tallinn, Estland, geboren. Besuch der renommierten Ballettschule Fouette. Anschließend Engagement am Staatstheater Vanemuine in Tartu, wo sie als Solistin von 2000 bis 2002 alle dortigen Solorollen im klassischen und modernen Repertoire tanzte. Engagements am Nationalen Operntheater Estlands und erfolgreiche Teilnahme an internationalen Wettbewerben, Festivals und Seminaren in St. Petersburg, Los Angeles, Berlin, Magdeburg, Varna, Tallinn und Kopenhagen. 2002 – 2004 Diplomstudium Bühnentanz an der Palucca Schule Dresden - Hochschule für Tanz bei Prof. Michael Diekamp und Mitglied im Palucca Tanz Studio. Seit 2004 Solotänzerin an den Landesbühnen Sachsen unter Reiner Feistel. Zu ihren Rollen gehören u.a. Ein Sommernachtstraum, Romeo und Julia, Giselle - Myrtha, Schwanensee, Der Widerspenstigen Zähmung – Katharina, Feuervogel, Le Sacre du Printemps, Carmen - Michaela, Toteninsel. Erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Basler Münsterorganisten Andreas Liebig bereits beim Krummhörner Orgelfrühling 2011 und den Internationalen Sommerkonzerte Dornum 2013 - Nachtorgel bei Kerzenschein.
ANDREAS LIEBIG (geb. 1962 in Gütersloh/Westfalen) ist seit 2014 Münsterorganist in Basel. Nach Lehrtätigkeiten an den Musikhochschulen in Lübeck und Oslo leitete er zudem von 2013 – 2015 als Nachfolger von Prof. Reinhard Jaud die Orgelklasse des Tiroler Landeskonservatoriums in Innsbruck. Nach Kirchenmusikstudium in Herford (u.a. bei Burghard Schloemann) von 1983–89 Hauptfach Orgel, Klavier und Musiktheorie in Stuttgart u.a. bei Ludger Lohmann, Adu Frederica Faiss und Helmut Lachenmann. Weiterbildung in Köln, Paris, Wien, Lübeck und Freiburg bei Michael Schneider, Daniel Roth, Hans und Martin Haselböck, Zsigmond Szathmáry sowie bei Sergiu Celibidache in Mainz. 1988 1. Preis bei den internationalen Orgelwettbewerben Dublin und Odense. Kantor und Organist in Dänemark, Norwegen und der Schweiz. Rege Konzerttätigkeit, CD-, Radio- und TV-Aufnahmen sowie Meisterkurse in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien mit weitgespanntem Repertoire vom Robertsbridge Codex bis zur Avantgarde. Kompositionen für Klavier, Chor, Orgel und Kammerensemble. Leitung mehrerer Festivals und Konzertreihen wie z. B. Ostwestfälische Orgeltage und „Brahms-Festival Lübeck“ (1992), „Krummhörner Orgelfrühling“ (2001 – 2011) sowie Internationale Sommerkonzerte Dornum – „Nachtorgel bei Kerzenschein“. Vielbeachtete Bach-Aufnahmen an den historischen Orgeln in Groningen, Trondheim, Oelinghausen und Dornum. Jury-Mitglied internationaler Wettbewerbe. » www.basler-muensterkonzerte.ch
Programm auf Seite 13: [Dokument 4450 ist nicht vorhanden oder nicht öffentlich]
(1637 – 1707) - vereint in der Kombination von Passacaglia und direkt anschließender Fuge die Aspekte von Passion und Auferstehung (21 Zitate des Ostinato in der Passacaglia gespiegelt in 12 Themeneinsätzen der Fuge = 33!). Der junge Bach legte mit diesem im wahren Wortsinne „Massstäbe“ setzendem Werk seine kompositorische Meisterprüfung ab und demonstrierte in vollendeter Weise das Prinzip der Einheit in der Mannigfaltigkeit, die Entwicklung eines Ostinato von der zyklischen Gebundenheit der Passacaglia in die sich öffnende Dynamik der Fuge. Man darf gespannt sein auf Anna Paunoks tänzerische Umsetzung im Basler Münsterraum!
Die „Trois Chorals“ César Francks (1822 – 1890) aus dessen letztem Lebensjahr sind sein Schwanengesang. Hier zieht er die Summe seines kompositorischen Könnens, erfüllt von inniger Poesie und brennender Leidenschaftlichkeit. Der zweite Choral h-moll ist in seiner symphonisch angelegten Kombination von Ostinato- und Fugentechnik mit stürmisch rezitativischen Passagen ebenso von Bach inspiriert wie Franz Liszts (1811 – 1886) großangelegte Variationen über den chromatisch absteigenden Baß des Eingangschores der Bach-Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ zum 3. Sonntag nach Ostern. Liszt hat hier den Schmerz über den Verlust seiner Tochter Blandine in Klang verwandelt – und damit gleichzeitig eine große Hommage an Johann Sebastian Bach geschrieben: eine klingende Enzyklopädie des Schmerzes: tiefe Trauer, Verzweiflung und Sehnsucht, Fassungslosigkeit und Wut – aber auch Hoffnungsschimmer: Kurz vor Schluss überrascht Liszt den Hörer mit dem Schlusschoral aus Bachs Kantate: "Was Gott tut, das ist wohlgetan". In diesen beiden Schlüsselwerken der deutschen und französischen Orgelromantik kann die Vielseitigkeit der Basler Münsterorgel mit ihren französischen Zungen und reicher Grundstimmenpalette besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen.
Die junge russische Tänzerin ANNA PAUNOK wurde in Tallinn, Estland, geboren. Besuch der renommierten Ballettschule Fouette. Anschließend Engagement am Staatstheater Vanemuine in Tartu, wo sie als Solistin von 2000 bis 2002 alle dortigen Solorollen im klassischen und modernen Repertoire tanzte. Engagements am Nationalen Operntheater Estlands und erfolgreiche Teilnahme an internationalen Wettbewerben, Festivals und Seminaren in St. Petersburg, Los Angeles, Berlin, Magdeburg, Varna, Tallinn und Kopenhagen. 2002 – 2004 Diplomstudium Bühnentanz an der Palucca Schule Dresden - Hochschule für Tanz bei Prof. Michael Diekamp und Mitglied im Palucca Tanz Studio. Seit 2004 Solotänzerin an den Landesbühnen Sachsen unter Reiner Feistel. Zu ihren Rollen gehören u.a. Ein Sommernachtstraum, Romeo und Julia, Giselle - Myrtha, Schwanensee, Der Widerspenstigen Zähmung – Katharina, Feuervogel, Le Sacre du Printemps, Carmen - Michaela, Toteninsel. Erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Basler Münsterorganisten Andreas Liebig bereits beim Krummhörner Orgelfrühling 2011 und den Internationalen Sommerkonzerte Dornum 2013 - Nachtorgel bei Kerzenschein.
ANDREAS LIEBIG (geb. 1962 in Gütersloh/Westfalen) ist seit 2014 Münsterorganist in Basel. Nach Lehrtätigkeiten an den Musikhochschulen in Lübeck und Oslo leitete er zudem von 2013 – 2015 als Nachfolger von Prof. Reinhard Jaud die Orgelklasse des Tiroler Landeskonservatoriums in Innsbruck. Nach Kirchenmusikstudium in Herford (u.a. bei Burghard Schloemann) von 1983–89 Hauptfach Orgel, Klavier und Musiktheorie in Stuttgart u.a. bei Ludger Lohmann, Adu Frederica Faiss und Helmut Lachenmann. Weiterbildung in Köln, Paris, Wien, Lübeck und Freiburg bei Michael Schneider, Daniel Roth, Hans und Martin Haselböck, Zsigmond Szathmáry sowie bei Sergiu Celibidache in Mainz. 1988 1. Preis bei den internationalen Orgelwettbewerben Dublin und Odense. Kantor und Organist in Dänemark, Norwegen und der Schweiz. Rege Konzerttätigkeit, CD-, Radio- und TV-Aufnahmen sowie Meisterkurse in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien mit weitgespanntem Repertoire vom Robertsbridge Codex bis zur Avantgarde. Kompositionen für Klavier, Chor, Orgel und Kammerensemble. Leitung mehrerer Festivals und Konzertreihen wie z. B. Ostwestfälische Orgeltage und „Brahms-Festival Lübeck“ (1992), „Krummhörner Orgelfrühling“ (2001 – 2011) sowie Internationale Sommerkonzerte Dornum – „Nachtorgel bei Kerzenschein“. Vielbeachtete Bach-Aufnahmen an den historischen Orgeln in Groningen, Trondheim, Oelinghausen und Dornum. Jury-Mitglied internationaler Wettbewerbe. » www.basler-muensterkonzerte.ch
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