Kirchen spenden jüdischer Gemeinde Kollekte als Beitrag an Sicherheitskosten

In der Schweiz haben die Juden seit 1866 Niederlassungsfreiheit und bürgerliche Rechte. Bis heute
müssen sie für den Schutz ihrer Gotteshäuser aber selber aufkommen. Weder der Bund noch der Kanton
Basel-Stadt wollen sich an den Kosten für den Schutz der jüdischen Gemeinde beteiligen.
Medienmitteilung Nr. 2 / 16. Februar 2017

Die Evangelische Allianz Basel und die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt unterstützen deshalb als Zeichen ihrer Solidarität die jüdische Gemeinde und spenden einen Drittel der Kollekte des Stadtgottesdienstes am 8.1.2017 im Münster sowie der Gottesdienste in den Kirchgemeinden für Auslagen der Sicherheit der jüdischen Bevölkerung in Basel.

«Wenn es um geschäftliche Interessen geht, ist in der Schweiz der Schutz schnell bei der Hand. Um Minderheiten dagegen ist es schlechter bestellt», erklärt Pfr. Lukas Kundert, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche. Gemeinsam mit Pfr. Edi Pestalozzi, Evangelische Allianz Basel, überreichte Kundert heute der Israelitischen Gemeinde Basel die Kollektenspende.

«Wir laden Christinnen und Christen aller Denominationen ein, ein Zeichen der Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu setzen», begründet Edi Pestalozzi die Solidaritätsaktion mit der Israelitischen Gemeinde. «Wir laden die Politikerinnen und Politiker im Kanton Basel-Stadt und in Bundesbern ein, aktiv zu werden, konkrete Schritte einzuleiten und Gelder zur Verfügung zu stellen, um die jüdische Gemeinschaft in Basel in Bezug auf deren Sicherheitskosten zu entlasten.»

Die Evangelische Allianz Basel ist ein Verband von 45 landeskirchlichen und freikirchlichen Gemeinden und Werken in und um Basel.