Stadtbasler Reformierte: Mitgliederschwund gestoppt

Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt hat 2006 weniger Mitglieder verloren als in den Vorjahren; lediglich 20 Prozent der Abgänge der letzten 50 Jahre sind auf Austritte zurückzuführen. Diese Zahlen hob Kirchenratspräsident Lukas Kundert bei der Präsentation von Jahresbericht und Jahresrechnung 2006 vor der Frühjahrssynode hervor. Das Kirchenparlament verabschiedete zudem einen verfahrensleitenden Beschluss zum Planungsprozess „Perspektiven 15“ und beschloss die Einführung einer kirchlichen Ombudsstelle.
Medienmitteilung Nr. 14 / 20. Juni 2007

Am 20. Juni 2007 trat die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt unter dem Vorsitz von Präsidentin Monika Haas-Leber im Basler Rathaus zusammen. Die ordentliche Frühjahrssitzung war die letzte der Legislaturperiode 2003/2007, die am 31. August 2007 ausläuft. Zu Beginn der Sitzung empfing die Synode eine Delegation der Missionssynode 21, die vom 20. – 24. Juni in Bern stattfindet.

Kirchenaustritte gehen zurück
In seinem Kommentar zum Jahresbericht 2006 hob Kirchenratspräsident Pfr. Dr. Lukas Kundert ausdrücklich zwei Zahlen zur Entwicklung der Mitgliederzahlen hervor. Einerseits verzeichnete die ERK im Jahr 2006 15 Prozent weniger Kirchenaustritte als im Vorjahr. Anderseits zeigen neu publizierte Zahlen des Kantonalen Statistischen Amts, dass die Abnahme von rund 100'000 Mitgliedern innerhalb der letzten 50 Jahre zu 80 Prozent auf die demografische Entwicklung des Stadtkantons Basel wie Abwanderung in andere Kantone und Alterung der Bevölkerung zurückzuführen ist. „Die Basler Kirche hat sich unter schwierigen Umständen bewährt; die Basler Kirche ist keine Austrittskirche!“, sagte Kundert vor den Synodalen. „Selbst wenn in den letzten 50 Jahren kein einziger Austritt zu verzeichnen gewesen wäre, hätte unsere Kirche trotzdem 80'000 Mitglieder verloren.“

Jahresrechnung mit Verlust
Die Abgeordneten genehmigten weiter die Jahresrechnung 2006 der ERK mit einem Verlust von Fr. 294'000.-- und den Geschäftsbericht der Bau- und Vermögensverwaltung der ERK. Aus dem Budgetbetrag 2007 für Mission, Entwicklungs- und Flüchtlingshilfe sprach die Synode insgesamt Fr. 270'000.-- unter anderem für Projekte des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds SEK, mission21 und des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen der Schweiz HEKS.

„Perspektiven 15“
Schwerpunkt der Beratungen bildete der Ratschlag betreffend die Personal-, Finanz- und Gebäudeplanung der Stadtbasler Evangelisch-reformierten Kirche für die kommenden Planungsperioden. Zum ersten Mal konnte das Kirchenparlament Stellung nehmen zum unter der Bezeichnung „Perspektiven 15“ bekannt gewordenen Prozess, mit dem der Kirchenrat der voraussichtlichen Mitglieder- und Finanzmittelentwicklung bis ins Jahr 2015 vorausschauend Rechnung tragen will. Nach kurzer Diskussion stimmte die Synode dem Bericht im Sinne eines verfahrensleitenden Beschlusses für die nächsten Planungsperioden zu.

Ombudsman
Die Synode stimmte schliesslich der Schaffung einer Ombudsstelle für die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Stadt zu. Entgegen der Vorlage folgte die Synode dem Antrag des Arbeitskreises „Offene Synode“, die Ombudsperson nicht vom Kirchenrat, sondern von der Synode wählen zu lassen. Diese Wahl wird in der konstituierenden Sitzung der nächsten Synode vom 5. September 2007 vorgenommen.

Rücktritt aus dem Kirchenrat
Zum Abschluss der Sitzung nahm die Synode Kenntnis vom ersten Jahresbericht der letztes Jahr eingesetzten neuen Gottesdienstkommission und verabschiedete Kirchenrätin Irmelin Kradolfer, die nach neunjähriger Tätigkeit per Ende der laufenden Legislatur aus der Exekutive der ERK zurücktritt.