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Eine Kirche wehrt sich gegen Übergriff

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Am Heiligabend haben vermummte Aktivisten den Gottesdienst in der Kirche Kleinhüningen gestört. Sie haben ein Transparent entrollt und eine Ansprache gehalten: Mit der Parole «Frieden statt Hetze» haben die Aktivisten einen friedlichen Gottesdienst gestört und gegen die Pfarrerin gehetzt. «Das geht definitiv zu weit», erklärt Kirchenratspräsident Pfr. Dr. Lukas Kundert. «Die Kirche prüft deshalb eine Strafanzeige.»
Mit dem Heiligen Abend am 24. Dezember beginnt die Weihnacht. Es ist ein Abend im Zeichen der Stille, der Versöhnung und des Friedens. Sollte es zumindest sein. In der Kirche Kleinhüningen ist dieses Jahr die friedliche Christnachtfeier von vermummten Aktivisten gestört worden. Die Aktivisten drangen mitten während des Gottesdienstes in die Kirche ein, entrollten ein Transparent mit der Aufschrift «Für Frieden gegen Hetze» und hielten eine Ansprache, in der sie die Kleinhüninger Pfarrerin Christine Dietrich aufs übelste beschimpften.

«Die Reaktion der Gottesdienstbesucher auf die Aktion war eine Mischung von Entsetzen und Angst», erklärt Christine Dietrich. Der Sigrist und aufgebrachte Gemeindemitglieder geleiteten die Störenfriede hinaus. Nach einer kurzen Stellungnahme setzte Dietrich den Gottesdienst fort: «Das Thema ‹fürchtet euch nicht!› war in dem Zusammenhang umso passender.»

Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt will deshalb Anzeige erstatten. «Wir prüfen Strafanzeige respektive Strafanträge wegen Hausfriedensbruch und Nötigung. Die Aktivisten haben die Gottesdienstbesucher, darunter viele Kinder, in Angst und Schrecken versetzt und das ausgerechnet während des Christnacht-Gottesdiensts», erklärt Kirchenratspräsident Pfr. Dr. Lukas Kundert. «Es ist ein Hohn, dass die Aktivisten Frieden fordern und gegen Hetze eintreten, selbst aber einen friedlichen Christnacht-Gottesdienst sprengen und gegen die Pfarrerin hetzen.»

Anlass für den Protest ist die Vergangenheit von Pfarrerin Christine Dietrich. Sie hatte bis 2011 auf einem rechtsnationalen Blog in Deutschland Beiträge veröffentlicht. Dafür wurde sie im Kanton Bern von ihrer damaligen Anstellungsbehörde gerügt. Sie hat sich in der Folge entschuldigt und vom Blog distanziert. Nach ihrer Wahl in den Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt im Herbst 2019 haben verschiedene Kirchenmitglieder und Synodale deswegen gegen ihre Wahl protestiert. Auseinandersetzungen und Diskussionen seien, gerade in einer Volkskirche, wichtig und nötig, erklärt Kirchenratspräsident Pfr. Dr. Lukas Kundert. «Es ist aber ebenso wichtig, gerade an Weihnachten die Differenzen beiseitezulegen und gemeinsam Gottesdienst zu feiern.» Nur so sei Frieden möglich.

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Autor
Madeleine Schütz

aktualisiert mit kirchenweb.ch
Besuche: 613 Monat - aktualisiert: 25.12.2019