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28 Jahre Religionsunterricht

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„Was du gisch Reli?“ Wurde ich in den vergangenen Jahren immer mal wieder gefragt.
Ja, und zwar seit 28 Jahren und ich habe es gerne gemacht. Es ist eine pädagogische, kreative, spirituelle und wertvolle Aufgabe an den Schulen von Basel-Stadt. Der Religionsunterricht hat sich in den Jahren sehr verändert. Habe ich am Anfang noch konfessionellen Unterricht erteilt und waren es damals noch viele Kinder, welche entweder katholisch oder reformiert waren, sind es heute noch wenige die einen christlichen Hintergrund mitbringen.

Da könnte man ja sagen: „Was hat dann der Religionsunterricht noch an den Schulen zu suchen?“ Ich denke, er ist wichtiger denn je! Denn wo haben die Kinder die Möglichkeit, über Religion und Glauben nachzudenken und zu diskutieren? Wie können sie sich eine eigene Meinung zu Glaubens- und Lebensfragen bilden, wenn sie keine Ahnung haben, was Religion eigentlich ist? Wo können Kinder lernen, sich zu verschiedenen Werten eine Meinung zu bilden und andere Haltungen zu respektieren? Diese Aufgabe scheint mir in der heutigen Zeit so wichtig.

Freude hat mir auch gemacht, diese Inhalte mit den Schüler/-innen ganz verschieden anzugehen, sei es mit Geschichten, Theaterspielen, Diskussionen, Exkursionen, kreativem Gestalten, Spielen oder mit meditativen, stillen Momenten.

Unser Leben und unsere Geschichte hat viel mit unserer Kultur und Religion zu tun. Darum hat es mich jeweils gefreut, wenn ein Kind von seinen Ferien zurück in den Unterricht kam und begeistert erzählte, die Kirche St. Stephan in Mainz besucht zu haben, in welcher die Chagall-Fenster zu sehen waren, die wir im Unterricht schon bewundert und einen „Chagall-Engel“ gemalt hatten.

Eine Praktikantin, welche eine Schulklasse über ein Jahr in jedem Fach, auch Religion, begleitet hatte, hatte mir zu ihrem Abschluss einen Brief geschrieben. Darin stand der Satz: “Jetzt weiss ich, Religionsunterricht ist viel mehr als Geschichtenvermittlung, er ist eine facettenreiche Lebensschule.“

Nach vielen Jahren des aktiven Unterrichtens setze mich nun auf dem Rektorat für Religionsunterricht dafür ein, dass der Religionsunterricht an den Schulen weiter gehen darf!

Christine Bühler