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Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt.

Jesaja 7,4

Zur Neuauflage des Basler Gebetbuches

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Spirituelle Schritte - andächtig werden

Für die 2. Ausgabe verfassten zusätzlich Frauen und Männer, die weit weg geboren wurden, in Peru, in Zentralafrika etwa, eigene Beiträge. Sie lassen etwas spüren von ihrer Reise, der äusseren, oft auf Umwegen, und der innern, und auch von ihrer Ankunft hier.


Ich bin ein schlechter Beter. Darin gleiche ich vielen, nehme ich an. Als ich Theologie studieren wollte, war’s aber schon ein Mangel, der noch verschlimmert wurde, weil ich nicht singen konnte. Als ich später Gebete verfasste für den Gottesdienst, wurde ich immer ganz andächtig. Ich liebe es, andächtig zu sein. Wenn ich ein Musikstück höre, kann mich das in Andacht versetzen. Wenn ich ein Bild betrachte, etwa die von Cézanne oft gemalte Montagne St. Victoire: im Basler Kunstmuseum hängt ein besonders schönes Beispiel. Oder wenn ich einem kleinen Kind zuschaue, das durchs Gras hopst.

Was tun Sie für Ihre Andacht? Sie könnten zum Basler Gebetbuch greifen. Wenn Sie keins haben: es ist grad eine kartonierte neue Ausgabe erschienen. Den Grundstock bilden Gebete, die für Gottesdienste in Basel verfasst wurden. Dann gibt es ältere Stimmen, etwa von Karl Barth, vom religiösen Sozialisten Leonhard Ragaz, vom Mystiker Johannes Tauler, alle verbrachten eine Zeit in Basel. Für unsere Sammlung schrieben auch ein Lokalpolitiker, ein Gerichtspräsident, eine Fernsehjournalistin. Ausserdem wurden Gedichte aufgenommen, denn die sind oft andächtig! Es gibt bedeutende Lyriker, die in unserer Stadt schrieben: Brambach, Geerk, Lutz. Oder Blasius.

Gebete zu lesen vermag eine innere Welt aufzutun und etwas zu zeigen, was berührt oder weit macht oder auch einmal einfach nur bestätigt. Zuletzt entstand durch private Unterstützung ein Gebetsheft nach dem Muster unseres Gebetbuches, daraus sind ausgesuchte Stücke abgedruckt, vermehrt durch Beiträge von Ukrainer/innen, wieder beides: leidenschaftliche Gebete und anrührende Gedichte.

Pfr. Hans-Adam Ritter