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Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt.

Jesaja 7,4

Irene Glauser verabschiedet sich

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In wenigen Wochen geht meine Zeit als Religionslehrerin zu Ende.
Etwas mehr als zwanzig Jahre unterrichtete ich an der Primarschule in Basel.
Vieles hat sich verändert im Lauf der Zeit. Aus Doppelstunden wurden Einzelstunden, die kleinen Pausen wurden abgeschafft, die Eltern schicken ihre Kinder nicht mehr so selbstverständlich in den Religionsunterricht wie früher. --- Aber etwas hat sich nicht verändert: die Begeisterung der Kinder für die biblischen Geschichten. Zur Zeit erzähle ich den Zweitklässlern die abenteuerliche und oft auch brutale Geschichte von Josef. Ziemlich am Anfang musste ich ihnen schon verraten, dass die Geschichte gut enden wird. Diese Zusage brauchten sie und half ihnen die Ungerechtigkeiten, die Josef erfährt auszuhalten. Sie merkten schnell, Josef ist einer der in seiner Verzweiflung, Angst und Not nicht aufgibt. Er weiss, Gott ist bei mir, auch wenn ich gerade nichts spüre. Er bittet Gott um Hilfe, um Rettung, wartet aber nicht passiv darauf, sondern bemüht sich in der jeweiligen Situation das Beste zu geben. Gottes Handeln ist verborgen und lässt manchmal lange auf sich warten.
Aber auf meine Frage „habt ihr gemerkt, wie Gott dem Josef geholfen hat?“, strecken die Kinder auf und können Dinge benennen, die nicht mal ich bemerkt habe. Das berührt mich immer sehr.
So lernen sie Gott kennen und wenn wir dann auf unser eigenes Leben schauen und Gottes Handeln darin suchen, können immer einige Kinder eigene Erfahrungen mitteilen. Ja, diese biblischen Erzählungen ermutigen dazu, Gott selber mal um Hilfe, Kraft oder Mut zu bitten. Und dann die Freude der Kinder darüber, dass Josef Unterkönig wird und sich mit seinen Brüdern versöhnt: Gott meint es gut mit den Menschen. Ich denke, das ist mit auch ein Grund, dass die Kinder so gerne in den Religionsunterricht kommen.
Ich schaue dankbar und zufrieden auf meine aberhundert Unterrichtsstunden zurück. Keine war wie die andere. Das Unterrichten verlangte von mir immer gute Vorbereitung und volle Präsenz, dafür war es garantiert nie langweilig und glänzende Kinderaugen waren der Lohn. Was will man mehr?

Irene Glauser