Herbstsynode: Schenkung an die Universitätsbibliothek
Die Herbstsynode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt hat in ihrer erstmals verkleinerten Zusammensetzung wichtige Entscheide gefällt: Sie unterstützt ein Pilotprojekt gegen Alterseinsamkeit, genehmigt zwei umfangreiche Sanierungen, verabschiedet Budget und Planung einstimmig und setzt im ökumenischen Religionsunterricht ein schweizweit einmaliges Zeichen. Zudem überträgt sie wertvolle historische Bestände an die Universitätsbibliothek Basel.
Synodepräsidentin Sabine Ammann erklärte in ihrer Eröffnungsrede, sie sei gespannt darauf, wie sich die Verkleinerung der Synode auf 40 Mitglieder auswirken werde. Trotz der Verkleinerung würden die beiden ordentlichen Synodensitzungen weiterhin tagsüber stattfinden. Zusätzliche Sitzungen werden an den Abend gelegt. «Die Kirche bleibt mitten in der Stadt und zeigt sich in einem öffentlichen Gebäude. Gerne möchten wir deshalb einmal jährlich im Rathaus tagen und einmal in einem Kirchgemeindehaus», erklärte Sabine Ammann. «Als Synodale machen wir Kirche sichtbar. Unsere Beschlüsse werden veröffentlicht, unsere Diskussionen kommentiert. Wir vertreten unsere Kirchgemeinden oder unsere kantonalkirchlichen Anliegen. Wir sind Bindeglieder zu Kirchenmitgliedern und zeigen uns als Kirche. Die wichtigen Abstimmungen über die Zukunft der Kirche finden in der Synode statt. Dazu braucht es uns.»
Ein erstes Zeichen setzte die Synode im Bereich Altersarbeit: Sie stimmte einstimmig dem Vorhaben zu, 84’000 Franken ins Pilotprojekt «Kirchliche Altersarbeit gegen Alterseinsamkeit» zu investieren. In den Projekten geht es darum, in den Kirchgemeinden Basel West und Église Française sowie in der Gemeinschaftsarbeit Moosrain Einsichten zu gewinnen, wie ältere Kirchenmitglieder sich erreichen lassen, die an den herkömmlichen Angeboten der Altersarbeit wenig oder nicht mehr teilnehmen können.
Ja zu zwei Bauprojekten
Das Gebäude am Leonhardskirchplatz 11 wurde 1842 als Wohnung des «zweiten Helfers» der Leonhardskirche erbaut und bis in die 90er-Jahre von der Kirchgemeinde St. Leonhard benutzt. Heute sind im Dachgeschoss eine Wohnung und im Erdgeschoss ein Büro an Dritte vermietet. Seit Frühling 2023 nutzt die Eglise française die Büroräumlichkeiten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss, da ihre bisherigen Räumlichkeiten im «le centre» am Holbeinplatz 7 totalerneuert werden. Nun steht am Leonhardskirchplatz die Sanierung der Fassade an. Zudem soll der grosse Saal im Erdgeschoss wieder in den Zustand von 1939 zurückgeführt und die Barrierefreiheit der Liegenschaft verbessert werden. Die Synode stimmte dem Bauprojekt mit einem Volumen von 1,4 Millionen Franken einstimmig zu.
Das Pfarrhaus am Peterskirchplatz ist deutlich älter. Es wird seit dem 14. Jahrhundert von Amtsträgern des Petersstifts und der Peterskirche genutzt. Nur wenige Pfarrhäuser im Stadtgebiet haben eine derart geschichtsträchtige und jahrhundertealte Verbindung zur zugehörigen Kirche. Die westliche Zimmerflucht auf der Seite Petersgraben ruht auf der Burkard’schen (11. Jh.) und der inneren Stadtmauer, was dem Haus zusätzlich stadtgeschichtliche Bedeutung verleiht. Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Pfarrhaus durch Architekt Amadeus Merian das vereinheitlichende Dach und wurde aufgestockt. Um 1939/1940 und Ende der 60er-Jahre wurde das Innere jeweils stark verändert. Jetzt will die Kirche rund 1,4 Millionen Franken investieren, um die veraltete Haustechnik und Sanitärversorgung zu ersetzen, die Barrierefreiheit zu verbessern und das Gebäude auf sich ändernde Raumbedürfnisse anzupassen. Auch diesem Bauvorhaben stimmte die Synode einstimmig zu.
Verabschiedung von Budget und Planung
Zum ersten Mal hat sich die Synode mit einem Budget beschäftigt, das aufgrund der Planung nach der neuen Verfassung erstellt worden ist. Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt verliert laufend Mitglieder. In der Planung rechnet die Kirche deshalb mit einem durchschnittlichen Steuerertrag und passt die Zahlen laufend nach unten an. In der Realität haben sich die Austritte weniger stark auf die Steuereinnahmen ausgewirkt als gedacht. Das Budget der Kirche sieht deshalb etwas besser aus als ursprünglich befürchtet: Die Kirche rechnet 2026 mit Steuereinnahmen auf dem Niveau von 2024. Normalerweise verteilt die Kirche den Nettoertrag hälftig auf kantonalkirchliche Dienste und Kirchgemeinden. Der Kirchenrat hat sich entschieden, die Hälfte der prognostizierten Mehreinnahmen vollumfänglich für die Kirchgemeinden einzusetzen und die andere Hälfte zurückzustellen. Damit war auch die Geschäftsprüfungskommission der Synode einverstanden. Das Kirchenparlament verabschiedete deshalb Budget und Planung ohne Gegenstimme.
Schweizweit einmalig: Ökumenischer Religionsunterricht
In Basel besuchen etwa 70 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der Primarschule den ökumenischen Religionsunterricht. Das sei, sagte Kirchenrat Matthias Mittelbach, «schweizweit einmalig», dass der Religionsunterricht an der Schule ökumenisch, also von den Konfessionen gemeinsam durchgeführt wird. «Seit über 30 Jahren arbeiten wir im Kanton Basel-Stadt mit der Römisch-Katholischen Kirche zusammen: Im Unterricht, im pädagogischen Alltag, im Selbstverständnis unserer Kirchen gegenüber den Kindern, Eltern und Schulen.» Deshalb stehe der nächste logische Schritt an: die Schaffung eines gemeinsamen, ökumenisch organisierten Rektorats. «Das ermöglicht es beiden Kirchen, ihre Kräfte dort zu bündeln, wo sie gebraucht werden. Nämlich in der inhaltlichen Weiterentwicklung, nicht in einer Doppeladministration.» Das überzeugte auch die Synode: Sie stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.
Schenkung an die Universitätsbibliothek Basel
Schliesslich genehmigte die Synode eine umfangreiche Schenkung an die Universitätsbibliothek Basel: die Sammlung Falkeisen und Bestände aus dem Kirchenarchiv. Kirchenrat David Jenny erklärte, die Universitätsbibliothek betreue die Sammlungen schon lange und habe viel in deren Unterhalt und Erschliessung investiert. «Die Verantwortung für solch historisch wertvolle Bestände auszuüben, ist keine Kernkompetenz unserer Kirche respektive der Kirchenverwaltung. Im Weiteren fehlen auch die notwendigen finanziellen, personellen und auch örtlichen Ressourcen.» Ein Verkauf der Sammlungen oder einzelner Bestandteile komme nicht in Frage. Sie sollten «weiterhin der Wissenschaft und der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dies kann nur die Universitätsbibliothek gewährleisten.» Von diesem Argument liess sich auch die Synode überzeugen: Sie genehmigte die Schenkung der Sammlungen an die Universität Basel respektive an die Universitätsbibliothek.
Ein erstes Zeichen setzte die Synode im Bereich Altersarbeit: Sie stimmte einstimmig dem Vorhaben zu, 84’000 Franken ins Pilotprojekt «Kirchliche Altersarbeit gegen Alterseinsamkeit» zu investieren. In den Projekten geht es darum, in den Kirchgemeinden Basel West und Église Française sowie in der Gemeinschaftsarbeit Moosrain Einsichten zu gewinnen, wie ältere Kirchenmitglieder sich erreichen lassen, die an den herkömmlichen Angeboten der Altersarbeit wenig oder nicht mehr teilnehmen können.
Ja zu zwei Bauprojekten
Das Gebäude am Leonhardskirchplatz 11 wurde 1842 als Wohnung des «zweiten Helfers» der Leonhardskirche erbaut und bis in die 90er-Jahre von der Kirchgemeinde St. Leonhard benutzt. Heute sind im Dachgeschoss eine Wohnung und im Erdgeschoss ein Büro an Dritte vermietet. Seit Frühling 2023 nutzt die Eglise française die Büroräumlichkeiten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss, da ihre bisherigen Räumlichkeiten im «le centre» am Holbeinplatz 7 totalerneuert werden. Nun steht am Leonhardskirchplatz die Sanierung der Fassade an. Zudem soll der grosse Saal im Erdgeschoss wieder in den Zustand von 1939 zurückgeführt und die Barrierefreiheit der Liegenschaft verbessert werden. Die Synode stimmte dem Bauprojekt mit einem Volumen von 1,4 Millionen Franken einstimmig zu.
Das Pfarrhaus am Peterskirchplatz ist deutlich älter. Es wird seit dem 14. Jahrhundert von Amtsträgern des Petersstifts und der Peterskirche genutzt. Nur wenige Pfarrhäuser im Stadtgebiet haben eine derart geschichtsträchtige und jahrhundertealte Verbindung zur zugehörigen Kirche. Die westliche Zimmerflucht auf der Seite Petersgraben ruht auf der Burkard’schen (11. Jh.) und der inneren Stadtmauer, was dem Haus zusätzlich stadtgeschichtliche Bedeutung verleiht. Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Pfarrhaus durch Architekt Amadeus Merian das vereinheitlichende Dach und wurde aufgestockt. Um 1939/1940 und Ende der 60er-Jahre wurde das Innere jeweils stark verändert. Jetzt will die Kirche rund 1,4 Millionen Franken investieren, um die veraltete Haustechnik und Sanitärversorgung zu ersetzen, die Barrierefreiheit zu verbessern und das Gebäude auf sich ändernde Raumbedürfnisse anzupassen. Auch diesem Bauvorhaben stimmte die Synode einstimmig zu.
Verabschiedung von Budget und Planung
Zum ersten Mal hat sich die Synode mit einem Budget beschäftigt, das aufgrund der Planung nach der neuen Verfassung erstellt worden ist. Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt verliert laufend Mitglieder. In der Planung rechnet die Kirche deshalb mit einem durchschnittlichen Steuerertrag und passt die Zahlen laufend nach unten an. In der Realität haben sich die Austritte weniger stark auf die Steuereinnahmen ausgewirkt als gedacht. Das Budget der Kirche sieht deshalb etwas besser aus als ursprünglich befürchtet: Die Kirche rechnet 2026 mit Steuereinnahmen auf dem Niveau von 2024. Normalerweise verteilt die Kirche den Nettoertrag hälftig auf kantonalkirchliche Dienste und Kirchgemeinden. Der Kirchenrat hat sich entschieden, die Hälfte der prognostizierten Mehreinnahmen vollumfänglich für die Kirchgemeinden einzusetzen und die andere Hälfte zurückzustellen. Damit war auch die Geschäftsprüfungskommission der Synode einverstanden. Das Kirchenparlament verabschiedete deshalb Budget und Planung ohne Gegenstimme.
Schweizweit einmalig: Ökumenischer Religionsunterricht
In Basel besuchen etwa 70 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der Primarschule den ökumenischen Religionsunterricht. Das sei, sagte Kirchenrat Matthias Mittelbach, «schweizweit einmalig», dass der Religionsunterricht an der Schule ökumenisch, also von den Konfessionen gemeinsam durchgeführt wird. «Seit über 30 Jahren arbeiten wir im Kanton Basel-Stadt mit der Römisch-Katholischen Kirche zusammen: Im Unterricht, im pädagogischen Alltag, im Selbstverständnis unserer Kirchen gegenüber den Kindern, Eltern und Schulen.» Deshalb stehe der nächste logische Schritt an: die Schaffung eines gemeinsamen, ökumenisch organisierten Rektorats. «Das ermöglicht es beiden Kirchen, ihre Kräfte dort zu bündeln, wo sie gebraucht werden. Nämlich in der inhaltlichen Weiterentwicklung, nicht in einer Doppeladministration.» Das überzeugte auch die Synode: Sie stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.
Schenkung an die Universitätsbibliothek Basel
Schliesslich genehmigte die Synode eine umfangreiche Schenkung an die Universitätsbibliothek Basel: die Sammlung Falkeisen und Bestände aus dem Kirchenarchiv. Kirchenrat David Jenny erklärte, die Universitätsbibliothek betreue die Sammlungen schon lange und habe viel in deren Unterhalt und Erschliessung investiert. «Die Verantwortung für solch historisch wertvolle Bestände auszuüben, ist keine Kernkompetenz unserer Kirche respektive der Kirchenverwaltung. Im Weiteren fehlen auch die notwendigen finanziellen, personellen und auch örtlichen Ressourcen.» Ein Verkauf der Sammlungen oder einzelner Bestandteile komme nicht in Frage. Sie sollten «weiterhin der Wissenschaft und der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dies kann nur die Universitätsbibliothek gewährleisten.» Von diesem Argument liess sich auch die Synode überzeugen: Sie genehmigte die Schenkung der Sammlungen an die Universität Basel respektive an die Universitätsbibliothek.