Basler Reformierte fordern Nachbesserung an Quereinsteiger-Konzept

In seiner Vernehmlassungsantwort auf das Konzept eines Studienganges für akademische Quereinsteiger in den Pfarrerberuf (QUEST) der Konkordatskonferenz der Schweizer
reformierten Kirchen kritisiert der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt die unklare Formulierung der Interessenslage. Hingegen findet das vorgeschlagene Curriculum für den Studiengang die Zustimmung der Basler Reformierten.
Medienmitteilung Nr. 6 / 25. März 2014

Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt äussert sich skeptisch zum Konzept für einen Studiengang für akademische Quereinsteiger (QUEST) in den Pfarrberuf, das die Konferenz des Konkordats der Reformierten Kirchen in der Schweiz bei ihren Mitgliedskirchen in die Vernehmlassung gegeben hat. In seiner ausführlichen Stellungnahme lobt er zwar das vorgeschlagene Curriculum, macht aber seine Zustimmung zu QUEST von verschiedenen Nachbesserungen des Konzeptes abhängig.

Insbesondere weisen die Basler Reformierten darauf hin, dass das Konzept des Konkordats unklare Aussagen bezüglich der handlungsleitenden Interessen macht, indem es den Eindruck erweckt, als wolle QUEST in erster Linie Akademikerinnen und Akademikern einen Berufsumstieg in den Pfarrberuf erleichtern, während die Idee ursprünglich gewesen sei, auf diese Weise dem sich abzeichnenden Pfarrermangel in der Schweiz entgegenzuwirken. Diese sei im Hinblick auf die Finanzierung des Studiengangs erheblich.

Weiter ortet der Stadtbasler Kirchenrat im vorgelegten Konzept schwerwiegende Mängel bezüglich der Selbstbeschränkung auf zwei mögliche Lieferanten der Ausbildung, nämlich die theologischen Fakultäten Zürich und Basel, und der damit verbundenen Abhängigkeit resp. Unterordnung unter deren Bedingungen. Weiter ist er der Überzeugung, dass in der Tradition der Schweizer Konkordatskirchen die Ordination und nicht die Universitätsausbildung den Pfarrerstatus definieren. Und schliesslich operiert der erkenntnisleitende Grundsatz der Gleichwertigkeit im Vernehmlassungsentwurf auf der Basis von Argumenten, welche die Kirchenleitung der ERK Basel-Stadt nicht teilen kann, insbesondere der in der evangelisch-reformierten Tradition nicht bekannten Unterscheidung zwischen «clerus minor» und einen «clerus major».

Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt weist also den Vernehmlassungsentwurf zur entsprechenden Überarbeitung an die Autorenschaft zurück.