Lucienne Renaud ist die neue Ombudsfrau der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. Ihr Auftrag ist es, darauf hinzuwirken, dass der Schutz einzelner Kirchenmitglieder oder Angestellten in deren «verfassungsmässigen, gesetzlichen und arbeitsvertraglichen Rechten gegenüber Kirchenverwaltung, Behörden und Vorgesetzten gewährleistet und wenn nötig verbessert wird.» So steht es in der Verordnung.
Lucienne Renaud selbst sagt, sie habe sich «zur Verfügung gestellt, weil man mich angefragt hat und weil es mich interessiert hat.» Sie sei zuerst überrascht gewesen, habe dann aber gedacht, dass das Amt Sinn mache: «Für mich ist es eine Möglichkeit, auch in einem gestandenen Alter das, was ich gelernt habe, anzuwenden.»
Lucienne Renaud ist 1957 geboren. Sie hat sich zunächst zur Primarlehrerin ausgebildet, danach 10 Jahre als Sozialpädagogin gearbeitet und schliesslich in Basel Rechtswissenschaften studiert. Das Anwaltspatent hat sie jedoch nie erworben: «Ich habe Jus als Zweitausbildung studiert. Während des Studiums kam mein Sohn zur Welt. Ich habe mir mein Studium selbst finanziert und als ich fertig war, musste ich schlicht und ergreifend Geld verdienen und konnte keine Praktika absolvieren», erzählt sie.
Deshalb nahm sie eine Stelle bei der Coop Rechtsschutz-Versicherung in Aarau an. Sie habe sich zusammen mit einem Studienfreund beworben: «Wir haben uns zu zweit im Jobsharing angeboten. Das war damals nicht üblich.» Die Coop Rechtsschutz-Versicherung sei aber darauf eingestiegen. «Auf einer Versicherung war Jobsharing gut möglich, weil man sich die Fälle aufteilen konnte.»
Später arbeitete sie bei den Einwohnerdiensten Basel-Stadt und sodann bis zur Pensionierung als Leiterin Rechtsdienst bei der Einwohnergemeinde Reinach. «Zu Beginn meines Studiums wollte ich als ehemalige Sozialpädagogin eigentlich in Richtung Jugendanwältin gehen», erzählt sie. Später habe sie aber festgestellt, dass sie auch das öffentliche Recht interessiere. «Auf der Gemeinde habe ich gerne gearbeitet, weil es da bodenständig zuging. Man musste Juristerei so betreiben, dass es die Leute verstehen.» Heute arbeitet sie im Nebenamt als Richterin am Appellationsgericht Basel-Stadt.
Sie stellt fest, dass sich das Verhältnis zwischen Staat und Bürgerin, Bürger verändert hat: «Die New Public Management-Bewegungen haben ein grosses Umdenken bewirkt. Als ich bei der Einwohnergemeinde Reinach arbeitete, wusste ich immer, dass ich von den Steuergeldern bezahlt werde; die Einwohnerinnen und Einwohner waren also quasi meine Arbeitgeber.» Das habe sie «faszinierend» gefunden.
Und wie erlebt sie die Kirche? «Ich bin, als ich 27 Jahre alt war, aus der Kirche ausgetreten, weil ich auf eine längere Reise ging und alles abbrach, was ich nicht wirklich wichtig fand», erzählt sie. «Heute finde ich, die Kirche übernimmt sehr viele Aufgaben, die sozial wichtig sind. Das hat mich auch dazu bewogen, heute meine Arbeitskraft der Kirche zur Verfügung zu stellen.»
Für Lucienne Renaud ist wichtig, dass eine Ombudsstelle niederschwellig erreichbar ist: «Ich finde, eine solche Stelle sollte nahbar sein. Ich stehe gerne zur Verfügung für Fragen oder einen Austausch. Es muss dabei nicht immer um den grossen Streit gehen, ich stelle mich gerne auch so als Gesprächspartnerin zur Verfügung.
Lucienne Renaud ist 1957 geboren. Sie hat sich zunächst zur Primarlehrerin ausgebildet, danach 10 Jahre als Sozialpädagogin gearbeitet und schliesslich in Basel Rechtswissenschaften studiert. Das Anwaltspatent hat sie jedoch nie erworben: «Ich habe Jus als Zweitausbildung studiert. Während des Studiums kam mein Sohn zur Welt. Ich habe mir mein Studium selbst finanziert und als ich fertig war, musste ich schlicht und ergreifend Geld verdienen und konnte keine Praktika absolvieren», erzählt sie.
Deshalb nahm sie eine Stelle bei der Coop Rechtsschutz-Versicherung in Aarau an. Sie habe sich zusammen mit einem Studienfreund beworben: «Wir haben uns zu zweit im Jobsharing angeboten. Das war damals nicht üblich.» Die Coop Rechtsschutz-Versicherung sei aber darauf eingestiegen. «Auf einer Versicherung war Jobsharing gut möglich, weil man sich die Fälle aufteilen konnte.»
Später arbeitete sie bei den Einwohnerdiensten Basel-Stadt und sodann bis zur Pensionierung als Leiterin Rechtsdienst bei der Einwohnergemeinde Reinach. «Zu Beginn meines Studiums wollte ich als ehemalige Sozialpädagogin eigentlich in Richtung Jugendanwältin gehen», erzählt sie. Später habe sie aber festgestellt, dass sie auch das öffentliche Recht interessiere. «Auf der Gemeinde habe ich gerne gearbeitet, weil es da bodenständig zuging. Man musste Juristerei so betreiben, dass es die Leute verstehen.» Heute arbeitet sie im Nebenamt als Richterin am Appellationsgericht Basel-Stadt.
Sie stellt fest, dass sich das Verhältnis zwischen Staat und Bürgerin, Bürger verändert hat: «Die New Public Management-Bewegungen haben ein grosses Umdenken bewirkt. Als ich bei der Einwohnergemeinde Reinach arbeitete, wusste ich immer, dass ich von den Steuergeldern bezahlt werde; die Einwohnerinnen und Einwohner waren also quasi meine Arbeitgeber.» Das habe sie «faszinierend» gefunden.
Und wie erlebt sie die Kirche? «Ich bin, als ich 27 Jahre alt war, aus der Kirche ausgetreten, weil ich auf eine längere Reise ging und alles abbrach, was ich nicht wirklich wichtig fand», erzählt sie. «Heute finde ich, die Kirche übernimmt sehr viele Aufgaben, die sozial wichtig sind. Das hat mich auch dazu bewogen, heute meine Arbeitskraft der Kirche zur Verfügung zu stellen.»
Für Lucienne Renaud ist wichtig, dass eine Ombudsstelle niederschwellig erreichbar ist: «Ich finde, eine solche Stelle sollte nahbar sein. Ich stehe gerne zur Verfügung für Fragen oder einen Austausch. Es muss dabei nicht immer um den grossen Streit gehen, ich stelle mich gerne auch so als Gesprächspartnerin zur Verfügung.